One-Click-Experten: Wenn Grundkenntnisse fehlen
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Heute Morgen öffnete ich meinen E-Mail-Client und fand den Newsletter einer Webdesignerin. Normalerweise lese ich ihre Tipps gerne – sie teilt oft interessante Einblicke aus ihrem Arbeitsalltag. Doch dieser Newsletter ließ mich schmunzeln und gleichzeitig den Kopf schütteln.
Sie berichtete fröhlich von ihrem Hosterwechsel. Der Grund? Die automatische WordPress-Installation funktionierte nicht mehr richtig. Statt das Problem zu lösen, wechselte sie den Anbieter. Natürlich mit praktischen Affiliate-Links – sowohl zum alten als auch zum neuen Hoster. Doppelt hält besser, oder?
Ich musste an meine Anfangszeiten denken. Damals gab es keine One-Click-Installationen. Du lädst die Dateien hoch, erstellst eine Datenbank, passt die Konfiguration an – fertig. Heute scheint das für manche Kollegen bereits Raketenwissenschaft zu sein.
Dabei ist das wie Autofahren: Du musst nicht wissen, wie ein Motor funktioniert, aber Tanken und Ölstand prüfen gehört dazu. Wer WordPress-Projekte verkauft, sollte das System auch ohne Klick-Assistent installieren können.
Was passiert denn, wenn später echte Probleme auftreten? Datenbankfehler, Plugin-Konflikte, defekte Updates – soll dann auch der Hoster gewechselt werden? Oder wird das Problem an den nächsten Dienstleister weitergereicht?
Diese Entwicklung beobachte ich nicht nur bei WordPress. Auch in der TYPO3-Welt begegnen mir "Experten", die perfekt Extensions konfigurieren können, aber bei individuellen Anpassungen passen müssen. Das ist völlig in Ordnung – solange man ehrlich damit umgeht.
Problematisch wird es, wenn Grundkenntnisse fehlen, die zum Handwerkszeug gehören. Wer sich Profi nennt, sollte die Basis seines Systems beherrschen. Alles andere ist wie ein Koch, der nur Fertiggerichte aufwärmen kann.
Natürlich gibt es Spezialisierungen. Nicht jeder Designer muss Entwickler sein. Aber zwischen "Ich bin kein Programmierer" und "Ich kann mein CMS nicht installieren" liegt ein gewaltiger Unterschied.
Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich finde: Wer Kunden berät und deren Projekte umsetzt, trägt Verantwortung. Diese Verantwortung beginnt mit soliden Grundkenntnissen des eigenen Werkzeugs.
Den Newsletter öffentlich zu versenden, war übrigens mutig. Transparenz schätze ich – auch wenn sie manchmal unfreiwillig mehr verrät als geplant.
Wie siehst du das? Welche Grundkenntnisse sollten Webprofis deiner Meinung nach haben? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!
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Hi, ich bin Wolfgang.
Seit 2006 arbeite ich mit TYPO3. Nicht in der Theorie, sondern in echten Projekten mit echten Deadlines. Die Probleme, die du gerade hast, hatte ich wahrscheinlich schon dreimal.
Irgendwann habe ich angefangen, mein Wissen in Videokurse zu packen. Nicht weil ich gerne vor der Kamera stehe, sondern weil ich dieselben Fragen immer wieder gehört habe. Mittlerweile sind es Hunderte Videos geworden. Jedes Einzelne entstand aus einer konkreten Frage aus einem konkreten Projekt.
Was mich von einem YouTube-Tutorial unterscheidet: Ich kenne nicht nur die Lösung, sondern auch den Kontext. Warum etwas so funktioniert. Wann es nicht funktioniert. Und welche Fehler du dir sparen kannst, weil ich sie schon gemacht habe.
Meine Teilnehmer nutzen mich als Sparringspartner. Nicht im Sinne von "ruf mich jederzeit an", sondern so: Du kommst mit einem konkreten Problem in die Live-Session, postest deine Frage in der Community oder schaust dir das passende Video an. Und bekommst eine Antwort, die funktioniert, weil sie aus der Praxis kommt.
Als Mitglied im TYPO3 Education & Certification Committee sorge ich dafür, dass die Zertifizierungsprüfungen auf dem aktuellen Stand bleiben. Was dort geprüft wird, fließt direkt in meine Kurse ein.