Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer
Wer dich nicht kennt, bucht dich nicht: Warum deine Expertise nichts wert ist, wenn niemand sie sieht

Wer dich nicht kennt, bucht dich nicht: Warum deine Expertise nichts wert ist, wenn niemand sie sieht

Artikel vorlesen lassen

Loading the Elevenlabs Text to Speech AudioNative Player...
| Allgemein | Geschätzte Lesezeit : min.

Die Gleichung ist einfach: Wenn dich potenzielle Kunden nicht kennen, können sie dich auch nicht beauftragen. Diese simple Wahrheit ignorieren trotzdem viele Freelancer und Selbstständige im TYPO3-Umfeld.

Du kannst ein technisches Genie sein, die komplexesten TYPO3-Projekte stemmen und brillante Lösungen entwickeln – ohne Sichtbarkeit bleibt dein Talent im Verborgenen und dein Geschäftspotenzial ungenutzt.

In diesem Artikel betrachten wir, warum Sichtbarkeit kein optionales Extra, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Ich gehe darauf ein, welche konkreten Nachteile mangelnde Präsenz mit sich bringt und wie du mit überschaubarem Aufwand deine Sichtbarkeit verbessern kannst.

Das Sichtbarkeits-Dilemma

Als TYPO3-Freelancer verbringst du vermutlich die meiste Zeit in der Umsetzung von Projekten. Du tüftelst an Lösungen, optimierst Websites, implementierst Funktionen. Dabei vergisst du leicht, dass Können allein nicht ausreicht.

Du kennst das wahrscheinlich: Die Auftragslage schwankt, manchmal fragst du dich, wo der nächste Kunde herkommen soll. Gleichzeitig investierst du kaum Zeit in deine Sichtbarkeit. Ein klassisches Dilemma.

Viele von uns fühlen sich in ihrer technischen Komfortzone sicher. Dort kennen wir uns aus, dort liefern wir Ergebnisse. Die Vorstellung, regelmäßig Inhalte zu veröffentlichen, auf LinkedIn zu posten oder in Communities aktiv zu sein, wirkt dagegen oft unbequem und zeitraubend.

Ich höre manchmal Sätze wie: "Ich habe keine Zeit für Marketing" oder "Meine Arbeit spricht für sich selbst". Diese Gedankenfallen sind gefährlich. Denn während du unsichtbar bleibst, bauen andere ihre Präsenz aus und schnappen dir die lukrativen Projekte weg.

Das Paradoxe: Wir versuchen, Zeit zu sparen, indem wir Sichtbarkeit vernachlässigen – und verschwenden dadurch Zeit mit ineffizienter Kundenakquise und unterbezahlten Projekten. Wir hoffen auf Mundpropaganda, statt aktiv unsere Expertise zu zeigen.

Diese passive Haltung mag kurzfristig bequem sein. Langfristig führt sie jedoch zu einem ständigen Kampf um neue Aufträge, während sichtbare Kollegen sich vor Anfragen kaum retten können.

Die wahren Kosten der Unsichtbarkeit

Unsichtbarkeit hat einen Preis, der weit über gelegentliche Auftragsflauten hinausgeht. Ich sehe häufig, wie talentierte TYPO3-Entwickler unter ihrer mangelnden Präsenz leiden – oft ohne den Zusammenhang zu erkennen.

Der offensichtlichste Verlust: Dir entgehen Projekte. Nicht weil du nicht gut genug wärst, sondern weil potenzielle Kunden nicht einmal wissen, dass es dich gibt. Sie landen bei jemandem, der vielleicht weniger kann als du, aber leichter zu finden ist.

Noch problematischer ist der permanente Preisdruck. Ohne persönliche Marke und sichtbare Expertise wirst du zum austauschbaren Dienstleister. Kunden vergleichen dich mit billigeren Alternativen, statt deinen individuellen Wert zu erkennen. Du musst dich rechtfertigen, warum dein Stundensatz gerechtfertigt ist.

Der gefährlichste Aspekt ist der Kreislauf der "Zufallsprojekte". Ohne strategische Sichtbarkeit landest du bei Kunden, die gerade zufällig da sind – nicht bei denen, die optimal zu dir passen. Du arbeitest an Projekten, die weder finanziell noch fachlich wirklich befriedigend sind.

Ich beobachte auch, wie unsichtbare Freelancer in einen Teufelskreis geraten: Wenig Sichtbarkeit führt zu wenigen Anfragen, was zu überhasteter Annahme unpassender Projekte führt, was weniger Zeit für die eigene Sichtbarkeit bedeutet... und der Kreislauf beginnt von vorn.

Diese versteckten Kosten summieren sich über die Jahre. Sie manifestieren sich in stagnierendem Einkommen, beruflicher Unzufriedenheit und der frustrierenden Erkenntnis, dass weniger qualifizierte Kollegen erfolgreicher sind – einfach weil sie sichtbarer sind.

Warum Sichtbarkeit keine Option, sondern Notwendigkeit ist

Die digitale Wirtschaft hat die Spielregeln grundlegend verändert. Früher reichte vielleicht ein guter Kontakt oder eine Empfehlung. Heute entscheiden Kunden anders - sie recherchieren, vergleichen und bewerten digital, bevor sie überhaupt Kontakt aufnehmen.

Wenn ein potenzieller Kunde nach TYPO3-Expertise sucht, findet er heute eine Flut von Optionen. In dieser Informationsflut verschwinden unsichtbare Entwickler, egal wie gut sie sind. Die harte Wahrheit: Du konkurrierst nicht nur mit lokalen Freelancern, sondern mit jedem, der online präsent ist.

Der Social Proof ist zum entscheidenden Faktor geworden. Kunden vertrauen dem, was sie sehen können. Sie schauen auf LinkedIn-Profile, lesen Blog-Beiträge oder prüfen, wer in relevanten Communities aktiv ist. Wer hier fehlt, existiert in der Wahrnehmung vieler Entscheider schlicht nicht.

Besonders wertvoll ist der Status als Experte. Dieser entsteht nicht durch einmaliges Auftauchen, sondern durch kontinuierliche Präsenz und den regelmäßigen Austausch von Wissen. In meiner Erfahrung kommen die besten Projekte von Kunden, die mich bereits als Experten wahrnehmen, bevor sie mich kontaktieren.

Diese Faktoren machen Sichtbarkeit zur Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Sie ist keine Marketing-Spielerei mehr, sondern ein essenzieller Teil deines Business-Fundaments. Ohne sie baust du auf Sand - egal wie gut deine technischen Fähigkeiten sind.

Der gute Nachricht: Du musst nicht überall gleichzeitig präsent sein. Eine durchdachte, auf deine Zielgruppe abgestimmte Sichtbarkeitsstrategie reicht völlig aus. Wichtig ist nur, dass du überhaupt anfängst.

Die Säulen erfolgreicher Sichtbarkeit

Sichtbarkeit entsteht nicht zufällig. Sie basiert auf drei tragenden Säulen, die zusammenwirken und einander verstärken.

Die erste Säule ist Content-Erstellung. Dein Wissen ist wertvoll - teile es! Ein Blogartikel über eine knifflige TYPO3-Herausforderung, die du gemeistert hast, kann jahrelang für dich arbeiten. Er zeigt deine Expertise, während du schläfst. Dasselbe gilt für Videos, Podcasts oder ausführliche Social-Media-Beiträge. Du musst kein Content-Monster werden - ein qualitativ hochwertiger Beitrag pro Monat reicht völlig aus.

Die zweite Säule bildet die Community-Beteiligung. Hier geht es nicht ums Selbstmarketing, sondern um echten Austausch. Wenn du in TYPO3-Foren hilfst, in Slack-Channels Fragen beantwortest oder dich in Gruppen einbringst, baust du Vertrauen auf. Meine wertvollsten Kontakte entstanden in solchen Gemeinschaften - zum Beispiel im Business Roundtable, wo sich TYPO3-Experten regelmäßig über Business-Strategien austauschen, nicht nur über Technik.

Die dritte, oft unterschätzte Säule ist Konsistenz. Sporadische Aktivität verpufft wirkungslos. Ein regelmäßiger Rhythmus - und sei er noch so bescheiden - bringt exponentiell mehr als gelegentliche Ausbrüche von Aktivität. Ich habe selbst erlebt, wie meine kontinuierliche Präsenz mehr bewirkt hat als aufwendige Einzelaktionen.

Diese drei Säulen funktionieren nur im Zusammenspiel. Content ohne Community erreicht niemanden. Community-Engagement ohne eigenen Content macht dich zum Helfer, nicht zum Experten. Und ohne Konsistenz baut keine der Aktivitäten nachhaltige Sichtbarkeit auf.

Der Schlüssel liegt nicht in der perfekten Strategie, sondern im Anfangen und Durchhalten. Wähle die Plattformen und Formate, die zu dir passen. Lieber auf einer Plattform richtig präsent sein als auf fünf halbherzig.

Von der Theorie zur Praxis

Die Erkenntnis, dass Sichtbarkeit wichtig ist, ist das eine – sie tatsächlich umzusetzen das andere. Hier sind konkrete Schritte, die du sofort angehen kannst:

Fange mit dem Minimum Viable Visibility an. Statt einen komplexen Masterplan zu erstellen, beginne mit einer einzigen Plattform. Für TYPO3-Freelancer eignet sich LinkedIn oder ein eigener Blog hervorragend. Setze dir ein realistisches Ziel: Ein Beitrag pro Woche ist besser als fünf auf einmal und dann monatelang nichts.

Zeitblöcke sind ein effektiver Ansatz. Reserviere eine feste Zeit in deinem Kalender nur für Sichtbarkeitsarbeit. Behandle diesen Termin genauso wichtig wie Kundenprojekte.

Der größte Feind deiner Sichtbarkeit ist Perfektionismus. Der Blogpost wird nie fertig, weil er noch nicht perfekt ist. Das LinkedIn-Profil bleibt unvollständig, weil noch das ideale Foto fehlt. Hier hilft die 80/20-Regel: Lieber etwas Gutes veröffentlichen als etwas Perfektes nie fertigstellen. Die 80/20-Regel (auch Pareto-Prinzip genannt) besagt, dass oft 80% der Ergebnisse mit 20% des Aufwands erzielt werden können. Bei der Sichtbarkeit bedeutet das: Ein Beitrag, der zu 80% fertig ist und veröffentlicht wird, bringt dir unendlich mehr als einer, der zu 100% perfekt, aber nie öffentlich ist.

Mit Selbstzweifeln kämpfen viele Freelancer. "Wer will schon meine Meinung hören?" oder "Das wissen doch sowieso alle schon" sind typische Gedanken. Die Wahrheit: Was für dich selbstverständlich ist, kann für andere wertvoll sein. Deine spezifische Perspektive macht den Unterschied.

Statt in Isolation zu arbeiten, suche dir Verbündete. In Communities wie dem Business Roundtable für TYPO3 findest du Gleichgesinnte, die ähnliche Herausforderungen meistern. Der gegenseitige Austausch gibt nicht nur Motivation, sondern auch wertvolles Feedback.

Am wichtigsten ist die Kraft des einfach Anfangens. Nicht morgen, nicht nach dem nächsten Projekt, sondern heute. Schreibe einen ersten Entwurf, aktualisiere dein Profil, melde dich in einer Community an. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf und wird mit der Zeit leichter.

Die Sichtbarkeit, die du heute aufbaust, zahlt sich in der Zukunft aus – in besseren Kunden, höheren Preisen und mehr Freiheit in deiner Arbeit.

Deine Sichtbarkeit beginnt jetzt

Sichtbarkeit ist kein nettes Extra, sondern ein Fundament deines Business-Erfolgs. Ohne sie kämpfst du ständig um neue Kunden, arbeitest unter deinem Wert und bleibst hinter deinen Möglichkeiten zurück.

Das Gute daran: Du hast es selbst in der Hand. Sichtbarkeit ist keine Glückssache oder Magie. Sie entsteht durch bewusste, konstante Arbeit – und die Ergebnisse sind messbar. Jeder Beitrag, jeder Kommentar, jede Aktivität in einer Community baut deine Präsenz Stück für Stück auf.

Die Herausforderung liegt nicht im Wissen, sondern im Tun. Viele von uns kennen die Wichtigkeit von Sichtbarkeit, aber zu wenige handeln danach. Schiebe es nicht auf die lange Bank. Die beste Zeit, an deiner Sichtbarkeit zu arbeiten, war vor fünf Jahren. Die zweitbeste Zeit ist heute.

Meine Frage an dich: Wie steht es um deine Sichtbarkeit? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Was hat funktioniert, was nicht? Teile deine Gedanken in den Kommentaren – auch das ist ein Schritt zu mehr Sichtbarkeit.

Falls du Unterstützung suchst: Im Business Roundtable für TYPO3 tauschen sich Freelancer und Agenturinhaber regelmäßig über genau solche Themen aus. Hier geht es nicht um Technik, sondern ums Business – und Sichtbarkeit ist ein zentraler Baustein davon.

Egal, welchen Weg du wählst: 

Fang an. 

Heute. 

Denn wenn dich keiner kennt, kann dich auch keiner buchen.

Zurück

Wer schreibt hier?

Hi, ich bin Wolfgang.

Seit 2006 tauche ich tief in die faszinierende Welt von TYPO3 ein – es ist nicht nur mein Beruf, sondern auch meine Leidenschaft. Mein Weg führte mich durch unzählige Projekte, und ich habe Hunderte von professionellen Videoanleitungen erstellt, die sich auf TYPO3 und seine Erweiterungen konzentrieren. Ich liebe es, komplexe Themen zu entwirren und in leicht verständliche Konzepte zu verwandeln, was sich auch in meinen Schulungen und Seminaren widerspiegelt.

Als aktives Mitglied im TYPO3 Education Committee setze ich mich dafür ein, dass die Prüfungsfragen für den TYPO3 CMS Certified Integrator stets aktuell und herausfordernd bleiben. Seit Januar 2024 bin ich stolz darauf, offizieller TYPO3 Consultant Partner zu sein!

Meine Leidenschaft endet aber nicht am Bildschirm. Wenn ich nicht gerade in die Tiefen von TYPO3 eintauche, findest du mich oft auf meinem Rad, während ich die malerischen Wege am Bodensee erkunde. Diese Ausflüge ins Freie sind mein perfekter Ausgleich – sie halten meinen Geist frisch und liefern mir immer wieder neue Ideen.

Der TYPO3 Newsletter

TYPO3-Insights direkt in dein Postfach! 
Hol dir monatliche Updates, praktische Tipps und spannende Fallstudien. 
Übersichtlich, zeitsparend, ohne Spam. 
Bist du dabei? Jetzt für den Newsletter anmelden!

Trage dich hier ein, um den Newsletter zu erhalten.