Sichtbar mit TYPO3: Warum Offenheit hilft
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Viele TYPO3-Entwickler halten sich mit ihrer Expertise bedeckt – dabei schadet das nicht nur dem eigenen Business, sondern schwächt das gesamte System. Hier erfährst du, warum offene Kommunikation allen hilft.
Kennst du das? Ein Kunde ruft an und sagt: "Wir brauchen eine neue Website. Sicher, pflegeleicht und zukunftssicher soll sie sein." Kein Wort über WordPress, TYPO3 oder andere Systeme. Er will Ergebnisse, nicht Technik.
Genau da liegt der Punkt: Den meisten Kunden ist das CMS schnuppe, solange ihre Probleme gelöst werden. Trotzdem verstecken viele TYPO3-Leute ihr System, als wäre es ein Geheimnis. Dabei schadet das nicht nur ihnen selbst, sondern uns allen.
Was Kunden wirklich wollen (Spoiler: nicht das CMS)
Typische Kundenaussagen: "Unsere Redakteure sollen endlich vernünftig arbeiten können, ohne dass ständig was kaputt geht." Oder: "Ich will nicht alle zwei Jahre eine neue Website, nur weil das System nicht mehr läuft."
Das sind echte Probleme. Und TYPO3 13 löst sie verdammt gut:
- Planbare Updates: Keine bösen Überraschungen, längere Laufzeiten
- Saubere Rechte: Redakteure sehen nur, was sie brauchen
- Solide Sicherheit: Weniger Nachtschichten wegen gehackter Sites
- Strukturierter Content: Inhalte pflegen ohne Chaos
Wenn du das so erklärst, nicken Kunden. Weil es ihre Sprache ist.
Warum wir alle ein Problem haben, wenn TYPO3 unsichtbar bleibt
Hier die unbequeme Wahrheit: TYPO3 ist im deutschsprachigen Raum stark, international aber oft unsichtbar. Während WordPress und Co. laut trommeln, halten wir uns bedeckt.
Das ist nicht nur ein Marketing-Problem – das ist ein existenzielles Problem für alle, die mit TYPO3 Geld verdienen.
Weniger Sichtbarkeit bedeutet:
- Weniger neue Entwickler, die das System lernen
- Weniger Unternehmen, die TYPO3 als Option sehen
- Weniger Investitionen in Tools und Extensions
- Schwächere Marktposition gegenüber anderen Systemen
Die Konsequenz: In fünf oder zehn Jahren könnte TYPO3 zur Nischenlösung werden. Und dann können wir alle umschulen.
Jeder, der TYPO3 nutzt und darüber schweigt, macht das System kleiner, als es ist. Nicht aus Böswilligkeit – aus Gewohnheit. Aber Märkte funktionieren über Sichtbarkeit. Wenn nur die anderen reden, gewinnen die anderen.
Deine Rolle: Mehr als nur Dienstleister
Du bist nicht nur TYPO3-Nutzer. Du bist Botschafter für ein System, von dem deine berufliche Zukunft abhängt.
Jede positive Erwähnung, jedes gelöste Kundenproblem, jeder Erfolgspost stärkt das gesamte TYPO3-Ökosystem. Und ein stärkeres Ökosystem bedeutet:
- Mehr potenzielle Kunden, die TYPO3 kennen
- Bessere Tools und Extensions
- Stabilere Zukunftsperspektive für dein Business
- Höhere Wertschätzung deiner Expertise
Das ist nicht Altruismus – das ist Eigennutz.
Sichtbarkeit ohne Getöse: So funktioniert es
Du musst nicht missionieren oder andere Systeme schlecht reden. Leise, kontinuierliche Präsenz schlägt schrille Vergleiche. Zeig einfach, was du machst und warum es funktioniert.
Beispiel: Du postest auf LinkedIn: "Kunde hatte 50 Redakteure in verschiedenen Abteilungen. Chaos bei Freigaben. Mit TYPO3 Workspaces läuft jetzt alles strukturiert – weniger Rückfragen, entspanntere Teams."
Kein TYPO3-Bashing anderer Systeme. Kein Technik-Geschwäfel. Nur Problem → Lösung → Ergebnis. Das verstehen alle.
Konkrete Quick Wins: Was du diese Woche noch machen kannst
Social Media (15 Minuten)
- Profilzeile erweitern: "Ich baue Websites mit TYPO3 13 – für Unternehmen, die Wert auf Langlebigkeit legen"
- Ein fixierter Post: "Warum TYPO3? Weil meine Kunden damit Websites bekommen, die Jahre halten und leicht zu pflegen sind. Drei Vorteile: [Bullet Points in Kundensprache]"
- Wöchentliches Mini-Format: Ein Problem aus der Praxis, wie du es gelöst hast. 120 Wörter reichen.
Website (ein Nachmittag)
- "Warum TYPO3"-Sektion: Vier bis fünf Vorteile – nicht Features, sondern Ergebnisse
- Mini-Case auf der Startseite: "Herausforderung → Unser Ansatz → Was dabei herauskam"
- FAQ mit fünf Fragen: Kosten, Redaktionskomfort, Updates, Sicherheit, Migration
- Footer-Zeile: "Technische Basis: TYPO3 13 – für Sicherheit und Langlebigkeit"
Sales-Gespräche (beim nächsten Pitch)
- Eine Slide zum Kundennutzen: "Weniger Pflegeaufwand, planbare Updates, klare Workflows"
- Upgrade-Pfad kurz erklären: "Längere Nutzungsdauer, weniger Systembrüche"
Das wars. Keine Revolution, nur kleine Anpassungen mit großer Wirkung.
Was du vermeiden solltest
Kein Plattform-Bashing. "WordPress ist Schrott" überzeugt niemanden. "TYPO3 passt gut zu Unternehmen ab X Mitarbeitern" schon eher.
Kein Fachjargon ohne Übersetzung. "Extension Development" sagt Kunden nichts. "Maßgeschneiderte Funktionen für Ihre Bedürfnisse" verstehen sie.
Konsequent aus Kundensicht denken. Technik ist Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck.
Ein Beispiel aus der Praxis
Stell dir vor: Eine Firma mit 50 Mitarbeitern, chaotische Website-Pflege, ständige Abstimmungsprobleme zwischen Marketing und Vertrieb.
Dein LinkedIn-Post könnte so aussehen:
"Problem: 50-köpfiges Team, eine Website, viel Chaos bei Updates. Marketing wollte schnell ändern, Vertrieb brauchte Freigaben, IT war genervt.
Lösung: TYPO3 Workspaces eingerichtet. Marketing kann direkt arbeiten, Vertrieb gibt digital frei, IT hat Ruhe.
Ergebnis: Drei Monate später läuft alles rund. Weniger Meetings, entspanntere Teams, Website immer aktuell.
So stelle ich mir moderne Content-Verwaltung vor."
Kein Technik-Blabla. Nur echte Probleme und echte Lösungen.
Warum das funktioniert
Menschen kaufen von Menschen, denen sie vertrauen. Vertrauen entsteht durch Kompetenz und Klarheit. Wer offen sagt "Ich arbeite mit TYPO3, weil..." wirkt kompetenter als der, der drumherum redet.
Spezialisierung schreckt nicht ab – sie zieht die richtigen Kunden an. Und die zahlen meist besser, weil sie echte Expertise schätzen.
Klein anfangen, gemeinsam stärker werden
Du musst nicht gleich TYPO3-Evangelist werden. Fang klein an: Ändere heute deine Profilzeile. Poste nächste Woche einmal über ein gelöstes Problem. Erwähne in deinem nächsten Sales-Call, warum du TYPO3 einsetzt.
Kleine Schritte, kontinuierlich gemacht, schaffen Sichtbarkeit ohne Stress.
Das Schöne: Wenn mehr TYPO3-Leute so denken, wird das ganze System stärker. Und davon profitierst letztendlich auch du. In fünf Jahren willst du immer noch gut von TYPO3 leben können – dann mach es heute sichtbar.
Du musst nicht sofort alles umkrempeln. Schon die Erkenntnis "Ich kann offen über TYPO3 sprechen, ohne zu missionieren" ist der erste Schritt. Wenn du Lust auf Austausch zu dem Thema hast und sehen willst, wie andere das angehen, schau gern in der Business Roundtable Community vorbei. Dort diskutieren wir regelmäßig über solche praktischen Marketing-Fragen – ohne Getöse, dafür mit konkreten Ideen.
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Wer schreibt hier?
Hi, ich bin Wolfgang.
Seit 2006 tauche ich tief in die faszinierende Welt von TYPO3 ein – es ist nicht nur mein Beruf, sondern auch meine Leidenschaft. Mein Weg führte mich durch unzählige Projekte, und ich habe Hunderte von professionellen Videoanleitungen erstellt, die sich auf TYPO3 und seine Erweiterungen konzentrieren. Ich liebe es, komplexe Themen zu entwirren und in leicht verständliche Konzepte zu verwandeln, was sich auch in meinen Schulungen und Seminaren widerspiegelt.
Als aktives Mitglied im TYPO3 Education Committee setze ich mich dafür ein, dass die Prüfungsfragen für den TYPO3 CMS Certified Integrator stets aktuell und herausfordernd bleiben.
Meine Leidenschaft endet aber nicht am Bildschirm. Wenn ich nicht gerade in die Tiefen von TYPO3 eintauche, findest du mich oft auf meinem Rad, während ich die malerischen Wege am Bodensee erkunde. Diese Ausflüge ins Freie sind mein perfekter Ausgleich – sie halten meinen Geist frisch und liefern mir immer wieder neue Ideen.