Das DISG-Modell im TYPO3-Alltag: Bessere Kommunikation mit Kunden und Projektteams
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Vier Persönlichkeitstypen, vier Kommunikationsstile. Wer das DISG-Modell kennt, versteht Kunden besser, führt Projektgespräche gezielter und vermeidet unnötige Konflikte.
Warum Kommunikation über Projekterfolg entscheidet
Als TYPO3-Freelancer oder Agenturinhaber verbringst du einen großen Teil deiner Arbeitszeit in Gesprächen: Anforderungen klären, Zwischenstände präsentieren, Entscheidungen herbeiführen, Rückmeldungen einordnen. Die technische Arbeit ist oft weniger das Problem als die Kommunikation drum herum.
Ich habe vor einigen Jahren das DISG-Modell kennengelernt und nutze es seitdem bewusst in Kundengesprächen und Projektsituationen. Es ist kein Allheilmittel, aber es hilft, das Verhalten von Kunden und Projektbeteiligten besser einzuordnen und die eigene Kommunikation darauf abzustimmen.
Was ist das DISG-Modell?
Das DISG-Modell beschreibt vier grundlegende Verhaltenstypen, die jeweils eine Farbe zugeordnet bekommen:
- D (Dominant, rot): Entscheidungsfreudig, direkt, ergebnisorientiert. Will schnell zum Punkt kommen.
- I (Initiativ, gelb): Kommunikativ, begeisterungsfähig, ideenreich. Braucht persönliche Beziehung und positives Umfeld.
- S (Stetig, grün): Zuverlässig, geduldig, teamorientiert. Braucht Sicherheit, Vertrauen und Zeit für Veränderungen.
- G (Gewissenhaft, blau): Analytisch, präzise, strukturiert. Braucht Fakten, Daten und nachvollziehbare Logik.
Jeder Mensch trägt Anteile aller vier Typen in sich. Meistens dominieren aber ein oder zwei davon. Die Idee ist nicht, Menschen in Schubladen zu stecken, sondern Verhaltenstendenzen zu erkennen und die eigene Kommunikation bewusst anzupassen.
Die vier Typen im TYPO3-Projektalltag
Der D-Typ als Kunde
Du erkennst ihn daran, dass er im Kickoff-Meeting nach fünf Minuten fragt: "Und wann ist das fertig?" Lange Präsentationen mit Folien über den technischen Aufbau langweilen ihn.
Was funktioniert: Ergebnisse zuerst, Details nur auf Nachfrage. Klare Zeitpläne, kurze Status-Updates, konkrete Empfehlungen statt offener Fragen. Wenn du drei Optionen für den Relaunch hast, benenne die beste und begründe kurz.
Typische Formulierungen: "Das Ergebnis ist...", "Meine Empfehlung ist...", "Damit erreichen wir das Ziel bis..."
Der I-Typ als Kunde
Diesen Kunden erkennst du am ausführlichen Smalltalk vor dem Meeting und an der Begeisterung für neue Ideen. Die Herausforderung: Er springt gern von Thema zu Thema.
Was funktioniert: Persönlichen Kontakt aufbauen, bevor es ums Geschäftliche geht. Ideen aufgreifen und wertschätzen, auch wenn nicht alles umsetzbar ist. Visuelle Präsentationen statt langer E-Mails. Klare Struktur geben, ohne die Kreativität einzuschränken.
Typische Formulierungen: "Das eröffnet spannende Möglichkeiten...", "Lass uns das zusammen durchdenken...", "Deine Idee können wir so umsetzen..."
Der S-Typ als Kunde
Der S-Typ will Sicherheit. Er fragt nicht nach dem schnellsten Weg, sondern nach dem zuverlässigsten. Veränderungen am laufenden System machen ihm Sorgen.
Was funktioniert: Vertrauen aufbauen durch Zuverlässigkeit. Keine Überraschungen. Veränderungen frühzeitig ankündigen und schrittweise einführen. Bei einem TYPO3-Upgrade erklären, was sich ändert und was gleich bleibt. Zeit für Rückfragen einplanen.
Typische Formulierungen: "Das ändert sich, das bleibt gleich...", "Wir gehen das Schritt für Schritt an...", "Ich kümmere mich darum..."
Der G-Typ als Kunde
Der G-Typ will alles verstehen, bevor er zustimmt. Er liest dein Angebot bis zur letzten Zeile und kommt mit Rückfragen zurück, an die du selbst nicht gedacht hast.
Was funktioniert: Detaillierte Dokumentation. Technische Begründungen für Entscheidungen. Keine ungefähren Angaben wie "dauert etwa zwei Wochen", sondern konkrete Pläne. Schriftliche Zusammenfassungen nach Gesprächen. Genug Zeit für die Analyse einplanen.
Typische Formulierungen: "Die technische Grundlage dafür ist...", "Im Detail sieht das so aus...", "Hier ist die dokumentierte Entscheidungsgrundlage..."
Deinen eigenen Typ erkennen
Mindestens genauso wichtig wie das Erkennen deiner Kunden ist das Verständnis für deinen eigenen Typ. Denn dein Kommunikationsstil beeinflusst, wie du mit anderen Typen harmonierst oder kollidierst.
Ein paar Anhaltspunkte:
- Triffst du Entscheidungen schnell und erwartest das auch von anderen? (D-Tendenz)
- Brauchst du persönlichen Austausch und Begeisterung, um motiviert zu bleiben? (I-Tendenz)
- Legst du Wert auf Stabilität, klare Prozesse und Zuverlässigkeit? (S-Tendenz)
- Analysierst du lieber gründlich, bevor du dich festlegst? (G-Tendenz)
Wenn du es genauer wissen willst: Es gibt kostenlose Online-Tests, zum Beispiel auf disg-schnelltest.de oder 123test.com. Die Ergebnisse sind nicht wissenschaftlich exakt, aber ein guter Ausgangspunkt für die eigene Reflexion.
Fazit
Das DISG-Modell ist ein Werkzeug, kein Schubladensystem. Es hilft dir, Kundenverhalten besser einzuordnen und deine Kommunikation bewusster zu gestalten. Gerade als TYPO3-Freelancer oder Agenturinhaber, wo du täglich mit unterschiedlichen Menschen und Anforderungen arbeitest, kann das den Unterschied machen zwischen einem Projekt, das reibungslos läuft, und einem, das an Missverständnissen scheitert.
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Hi, ich bin Wolfgang.
Seit 2006 arbeite ich mit TYPO3. Nicht in der Theorie, sondern in echten Projekten mit echten Deadlines. Die Probleme, die du gerade hast, hatte ich wahrscheinlich schon dreimal.
Irgendwann habe ich angefangen, mein Wissen in Videokurse zu packen. Nicht weil ich gerne vor der Kamera stehe, sondern weil ich dieselben Fragen immer wieder gehört habe. Mittlerweile sind es Hunderte Videos geworden. Jedes Einzelne entstand aus einer konkreten Frage aus einem konkreten Projekt.
Was mich von einem YouTube-Tutorial unterscheidet: Ich kenne nicht nur die Lösung, sondern auch den Kontext. Warum etwas so funktioniert. Wann es nicht funktioniert. Und welche Fehler du dir sparen kannst, weil ich sie schon gemacht habe.
Als Mitglied im TYPO3 Education Committee sorge ich dafür, dass die Zertifizierungsprüfungen auf dem aktuellen Stand bleiben. Was dort geprüft wird, fließt direkt in meine Kurse ein.