Du bist dein eigenes Team: Warum Git auch für Solo-Entwickler unverzichtbar ist
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"Wer hat diesen Blödsinn geschrieben?" Du checkst die Git-Historie. Der Autor: Du selbst, vor drei Wochen. Willkommen im Club der Solo-Entwickler.
"Wer hat denn diesen Blödsinn geschrieben?"
Du starrst auf den Code. Irgendwas funktioniert nicht. Du scrollst durch die Datei, suchst nach dem Fehler. Und dann checkst du die Git-Historie.
Der Autor? Du selbst. Vor drei Wochen.
Willkommen im Club der Solo-Entwickler. Du arbeitest allein, aber du arbeitest nie wirklich allein. Dein Team besteht aus dir, dir vor zwei Wochen, dir vor einem Monat, dir vor einem halben Jahr.
Und genau deshalb brauchst du Git.
Das Missverständnis
"Git ist doch nur was für Teams." Das höre ich immer wieder. Die Logik dahinter: Wenn ich alleine arbeite, muss ich mich mit niemandem abstimmen. Keine Merge-Konflikte, keine Pull Requests, keine Code Reviews.
Stimmt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.
Git ist kein Kommunikationstool für Teams. Git ist ein Gedächtnis. Und als Solo-Entwickler brauchst du dieses Gedächtnis genauso dringend wie jedes Team.
Dein vergangenes Ich ist ein anderer Mensch
Denk mal an ein Projekt von vor sechs Monaten. Erinnerst du dich noch an jede Entscheidung? An jeden Workaround? An jede Quick-and-dirty-Lösung, die du "später noch mal sauber machen" wolltest?
Wahrscheinlich nicht. Und genau hier wird es gefährlich.
Ohne Git arbeitest du blind. Du siehst den Code, aber nicht den Kontext. Du siehst das Was, aber nicht das Warum.
Mit Git hast du eine lückenlose Dokumentation. Jeder Commit erzählt eine Geschichte. "Feature X implementiert." "Bug in der Berechnung gefixt." "Workaround für das Cache-Problem, siehe Ticket #123."
Sechs Monate später öffnest du die Datei, siehst den seltsamen Code, checkst die Historie und verstehst sofort, warum du das damals so gemacht hast.
Das Sicherheitsnetz, das du nicht siehst
Du testest eine neue Extension. Irgendwas geht schief. Das Frontend zeigt nur noch weiße Seiten.
Ohne Git: Fehlersuche. Stundenlang. Oder Backup einspielen, falls du überhaupt eins hast.
Mit Git: git reset --hard HEAD und alles ist wieder wie vorher. Zehn Sekunden.
Du führst ein TYPO3-Update durch. Nach dem Deployment funktioniert die Hälfte nicht mehr.
Ohne Git: Panik. Hektisches Zurückspielen. Hoffen, dass du nichts vergessen hast.
Mit Git: Ein Commit zurück. Fertig. Kein Drama.
Das Sicherheitsnetz von Git merkst du erst, wenn du es brauchst. Aber dann ist es unbezahlbar.
Wenn du diese Sicherheit für deine TYPO3-Projekte willst, aber nicht weißt, wo du anfangen sollst: In meinem Git-Videokurs zeige ich dir in 2 Stunden alles, was du brauchst.
Die unbequeme Wahrheit
Auch als Solo-Entwickler arbeitest du nicht im Vakuum.
Der Kunde will plötzlich doch die alte Version zurück. Jemand anderes übernimmt später das Projekt. Du selbst kommst nach Monaten wieder rein und fragst dich, was du da eigentlich gebaut hast.
Git gibt dir die Antworten. Es zeigt dir jeden Schritt, jede Änderung, jeden Grund.
Was du heute tun kannst
Du brauchst keine komplexen Branching-Strategien. Du brauchst keine Pull Requests mit dir selbst. Du brauchst nur drei Dinge:
- Regelmäßige Commits. Nach jeder logischen Änderung. Nicht erst am Feierabend alles auf einmal.
- Aussagekräftige Commit-Messages. Nicht "Fix" oder "Update". Sondern "Kontaktformular-Validierung für Telefonnummern angepasst".
- Ein Remote-Repository. Auf GitHub, GitLab, wo auch immer. Damit dein Code nicht nur auf deinem Rechner liegt.
Das war's. Kein Hexenwerk. Einfach professionelles Arbeiten.
Falls du dir unsicher bist, wie das in der Praxis aussieht: Mein Git-Kurs für TYPO3-Integratoren führt dich Schritt für Schritt durch den kompletten Workflow.
Fazit
Git ist kein Team-Tool. Git ist ein Werkzeug für jeden, der Code schreibt und in Zukunft noch verstehen will, was er da eigentlich gemacht hat.
Als Solo-Entwickler bist du dein eigenes Team. Behandle dein vergangenes und zukünftiges Ich wie Kollegen. Dokumentiere deine Arbeit. Schaffe klare Strukturen.
Dein Ich in sechs Monaten wird es dir danken.
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Wer schreibt hier?
Hi, ich bin Wolfgang.
Seit 2006 tauche ich tief in die faszinierende Welt von TYPO3 ein – es ist nicht nur mein Beruf, sondern auch meine Leidenschaft. Mein Weg führte mich durch unzählige Projekte, und ich habe Hunderte von professionellen Videoanleitungen erstellt, die sich auf TYPO3 und seine Erweiterungen konzentrieren. Ich liebe es, komplexe Themen zu entwirren und in leicht verständliche Konzepte zu verwandeln, was sich auch in meinen Schulungen und Seminaren widerspiegelt.
Als aktives Mitglied im TYPO3 Education Committee setze ich mich dafür ein, dass die Prüfungsfragen für den TYPO3 CMS Certified Integrator stets aktuell und herausfordernd bleiben.
Meine Leidenschaft endet aber nicht am Bildschirm. Wenn ich nicht gerade in die Tiefen von TYPO3 eintauche, findest du mich oft auf meinem Rad, während ich die malerischen Wege am Bodensee erkunde. Diese Ausflüge ins Freie sind mein perfekter Ausgleich – sie halten meinen Geist frisch und liefern mir immer wieder neue Ideen.