Webseite kostenlos erstellen

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Als ich neulich mal ein wenig mit dem Google Keyword Tool rumspielte, wurde mir auch angezeigt, daß die Suchanfrage „Webseite kostenlos erstellen“ monatlich einige tausend Mal gestellt wird. Außerdem liefert diese Anfrage über 2 Millionen Suchergebnisse. Es scheint also tatsächlich ein Markt dafür zu bestehen.

Die Suchergebnisse verweisen dann größtenteils auf Anbieter, bei denen sich jedermann mit einem Baukastensystem eine Website zusammenklicken kann. Natürlich braucht man dafür keine Programmier- oder Vorkenntnisse, und es ist kinderleicht für jeden, sich eine tolle Homepage zu erstellen. So zumindest die Versprechungen einiger Anbieter.

Jetzt frage ich mich jedoch, wer diese Angebote in Anspruch nimmt? Sind es eher Privatpersonen, denen ein Webdesigner zu teuer ist, oder die für ihre private Website keinen allzu großen Anspruch an das Design stellen?

Oder sind es vielleicht sogar Firmen, die ebenfalls Geld sparen wollen?

Der große Nachteil bei diesen Baukastensystemen ist meiner Meinung nach auf jeden Fall die fehlende Individualität. Da werden zwar manchmal dutzende bis hunderte von Homepage-Vorlagen angeboten, die sich individuell anpassen lassen, aber trotzdem kann es dann natürlich passieren, dass es mehrere Websites im Internet gibt, die der eigenen extrem ähnlich sehen.

Für einen privaten Internetauftritt mag da ja nicht so relevant sein, aber für eine Firmenseite könnte das schon negativ sein. Schließlich haben ja doch die meisten Firmen so etwas wie eine Corporate Identity.

Außerdem befürchte ich, daß die wenigsten Nutzer dieser Angebote auch nur die geringste Ahnung von HTML oder CSS haben, unter dem Begriffen „valider Code“ oder „semantischer Code“ können Sie sich wahrscheinlich nicht im entferntesten etwas vorstellen, und das man Tabellen nicht unbedingt zur Layoutgestaltung nutzen sollte, hat sich wahrscheinlich auch noch nicht herumgesprochen. Dementsprechend werden die meisten Seiten, auch wenn Sie vielleicht optisch gar nicht schlecht aussehen mögen, unter der Haube eine mittlere Katastrophe sein.

Den Begriff Suchmaschinenoptimierung haben einige vielleicht schon mal gehört, darunter vorstellen können sich aber die wenigstens etwas. Und dann ist die Verwunderung groß, wenn die eigene Webseite nicht auf der ersten Ergebnisseite bei Google auftaucht. Dann drängt sich vielleicht doch mal der Gedanke auf, einen Profi an die Sache ranzulassen, was dann aber natürlich doch einiges an Kosten mitbringen kann.

Wie seht ihr das? Wer nutzt diese „Homepage-Baukasten-Systeme“? Und warum werden Sie genutzt?
Sehr ihr vielleicht sogar Vorteile gegenüber einem „echten“ Webdesigner?

Auf eure Meinung bin ich gespannt!

12 Gedanken zu “Webseite kostenlos erstellen”

  1. Hi,

    nein, ich benutze sie keineswegs 😀 Für Privatpersonen sind Baukastensysteme durchaus es okay, wenn man z.B. eine kleine Galerie oder so ins Netz stellen möchte. Auch für einmalige – kleine – Events oder so geht das vielleicht. Aber sobald man sich und seine Firma positiv darstellen möchte, finde ich es schon ziemlich wichtig, wenn die Seite individuell ist und auch den Standards entspricht, auch wenn’s nicht unbedingt immer die neuesten sein müssen. Aber wenn es seriös sein soll – nein, dann gehen Baukastensysteme nicht wirklich.

    Es gibt natürlich auch Baukastensysteme, für die man zahlt – bei 1&1 ist das glaube ich so, oder? Aber auch davon halte ich nicht mehr als von den kostenlosen. Für Privatpersonen ja, für seriöse Firmen, seien sie auch noch so klein, nein.

    LG

  2. Hi

    Ich finde man kann nicht unbedingt Privat und Firmen trennen. Es hängt viel mehr von deren Zielen ab. Zum Beispiel eine Bäckerei an bester Lage gleich da wo viele Leute vorbeikommen… die braucht keine super Website, da reicht vielleicht so was. Hingegen ein Architekturbüro welches mit der Website Aufträge aquirieren will sollte bei der Website nicht sparen. Es hängt also stark von den strategischen Zielen ab.

    Und am Ende zählt: You get what you pay for!

    • Hi,

      Um dein Beispiel von der Bäckerrei aufzugreifen: meinst du nicht, dass gerade eine gutlaufende Firma auch eine gute Website braucht? Sicher, die dient dann vielleicht nicht der Neukundengewinnung, aber sie könnte durchaus einen Mehrwert für Bestandskunden bieten, zum Beispiel Aktionen für Stammkunden oder so. Und da wäre irgendeine schlecht zusammengebastelte Baukastenseite doch auch nicht förderlich, oder?

  3. Es ist vermutlich ähnlich wie die Versuche meines Friseurs, mich zum graue-Haare-Überfärben zu überreden: die Kunden, die Baukasten nutzen, sehen keine Notwendigkeit darin, dass etwas mehr Mühe mit (und entsprechender Finanzierung) der Unternehmenswebsite sich lohnen könnte.

    Ideen von KundInnen, die die Haare zu Berge stehen lassen wie Tickertext, blinkende und animierte Grafiken sind ja offensichtlich auch nicht ausrottbar. Ich habe einen Kunden, der Pearl ganz toll findet und den ich immer sehr bremsen musste, da ich nicht auch alles so knallig machen wollte….

    Am ehesten zieht wohl wirklich die Erkenntnis, dass solche dahingebastelten Websites für Suchmaschinen wenig taugen. Dann ist die Enttäuschung groß.

    Wobei ich weniger erlebe, dass Baukasten verwendet werden als auf preiswerte Umsetzungen zurückgegriffen wird. Die, bei denen dann Tabellenlayout, wild gebastelter Code und Imagemaps als einzige Navigationsmöglichkeit eingesetzt wird. Sowas find ich erheblich schlimmer.

  4. Das ist halt wie bei Autos. Ein Dacia bringt dich genauso ans Ziel, wie auch ein VW oder Porsche. Trodem sind die Preisunterschiede berechtigt und erklärbar. Teilweise kauft man auch nur ein Image.

    Auch bei Internetseiten ist das nicht anders, man muss es den Kunden halt nur erklären. Die Unsicherheit bei Kunden ist halt da, aber solange man Preisunterschiede erklären kann, ist es meistens auch gut.

    Im übrigen ist ja der „Baukasten“ auch nicht kostenlos. Wenn ein Handwerker zwei Wochenenden braucht, zum Zusammenklicken sind das auch Kosten. Zeit ist Geld.

  5. Gutes Argument, Piet: Wenn der Handwerkerchef 10 Stunden braucht um die Seite hinzubiegen, sind das auch 300 – 900 EUR.
    Rausgeschmissenes Geld, denn eine Webseite, die nichts bringt, ist zu teuer, auch wenn sie nur 1,- EUR gekostet hätte.
    Bringen kann eine Seite nur dann etwas, wenn die einzigartigen Vorteile des Unternehmens herausgestellt werden, doch wie soll das gehen mit einer Baukastenseite?
    Für Privatpersonen oder Vereine, die nicht auf Gewinn abzielen, haben Baukasten-Seiten trotzdem ihre Daseinsberechtigung.
    Ansonsten würde ich Oli Recht geben: Lieber zu Fuss zum Kundentermin laufen als mit einer Schrottkarre vorfahren.

  6. @El Golfo:

    Ich bin da gedanklich schon bei Dir. Die bessere Leistung gibt es eindeutig beim Profi. Auch das bessere Preis/Leistungsverhältnis.

    Wenn aber ein Handwerker trotz guter Argumente meint, er kann es mit dem Baukasten besser, dann hat er auch nichts besseres verdient. 😉

  7. Genau. Es macht doch eh keinen Spass, für Leute Webseiten zu basteln, die ihr Unternehmen selbst nicht ernst nehmen und dann auch bald wieder die Ladentür schließen.

    Für diese gibt es zu Recht Spielwiesen, auf denen sie sich (am Markt vorbei) selbst verwirklichen können.

    Alle anderen fragen früher oder später einen Profi und sehen ein, dass das auch Geld kostet.

  8. Hey Wolfgang,
    ich kann absolut verstehen, dass es sinnvoller ist HTML & CSS und bestenfalls PHP zu lernen, doch gibt es Personen, die keine Zeit oder auch keine Motivation dazu aufbringen können. Das ist ja das Grundkonzept von Homepage Baukästen..eine leichte Einführung ohne Hürden zu ermöglichen. Leider boten die ersten entwickelten Systeme nur mäßig gutes Webdesign, weshalb natürlich gerade Webdesigner über diese Services meckern. Absolut verständlich. Ich komme ursprünglich auch aus dem reinen Webdesign, habe aber mit meinem Homepage Baukasten das Ziel eine Lösung für professionelle aber preisgünstige Webseiten zu schaffen. Mittlerweile haben wir unser Ziel sogar noch verschärft und bieten http://www.webvisitenkarte.net (link rausnehmen,falls es dich stört) unseren Baukasten kostenlos an. Ich hoffe, dass wir in Zukunft eine gute Alternative schaffen, damit wirklich jeder seine Homepage bekommt..ganz nach den Bedürfnissen und die Nachfrage nach einem simplen Baukasten (dennoch mit guten Ergebnissen) einfach man bestmöglich befriedigen. Beste Grüße, Hendrik

  9. Vielen Dank für den Artikel! Wenn man privat eine Webseite erstellt und ins Netzt setzen will, kann ich ja noch verstehen wenn man ein Baukastensystem dafür nutzt. Wenn es sich aber um eine Firmenseite handelt sollte man professioneller vorgehen. Zumal man heute mit WordPress relativ leicht eine eigene Website unter eigener Domain erstellen kann.

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