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13. September 2015

TYPO3camps für Einsteiger – ein paar Gedanken und Ideen

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Vom 11. – 13. September fand das 8. TYPO3camp München statt. Und nach 2 Jahren Abwesenheit konnte ich dieses Jahr endlich mal wieder mit dabei sein.

Mit dem Münchner Camp habe ich sozusagen eine besondere Verbindung. 2011 war es schließlich das erste Camp, an dem ich teilnahm. Hier konnte ich auch das erste Mal Verbindung mit der TYPO3 Community im „Real Life“ aufnehmen, obwohl ich manche Leute schon über Twitter und Facebook „kannte“, und einige davon auch schon mich. Aber trotzdem war es etwas besonderes, viele der bekannten Gesichter der TYPO3-Szene mal „in Echt“ kennenzulernen.

Beim diesjährigen Camp nahm ich auch an einer Session zum Projekt „T3Rookies“ teil, die von Andrea Herzog-Kienast, Ingo Müller und Patrick Lobacher geleitet wurde. Und diese Session war sehr interessant. Nachdem Andrea das Rookies-Projekt vorgestellt und beschrieben hatte, waren dann die Teilnehmer dran, Feedback und Wünsche zu äussern. Speziell ging es dabei eben auch darum, wie man Einsteiger/Anfänger besser in der Community aufnehmen und integrieren kann. Mit Einsteiger waren nicht nur TYPO3-Einsteiger gemeint, sondern auch Leute, die zum ersten Mal an einem Barcamp teilnehmen.

Ein Teilnehmer, dessen Name ich leider vergessen habe (Sorry!!), hatte einige sehr interessante, aber auch kritische Anmerkungen.

Zum Beispiel hatte er das Gefühl, das Teilnehmer, die zum ersten Mal an einem Barcamp teilnehmen und niemanden kennen, sehr verloren gewirkt haben. Manche wussten wohl nicht so recht, wie es auf einem Barcamp zugeht, oder wie „man sich verhält“. Wieder andere standen wohl oft verloren alleine herum und fanden auch nicht so recht den Anschluss.

Zwar wurden die Einsteiger bei der Begrüßungssession am Samstag extra begrüßt, aber das war leider, wie wir hinterher erfuhren, auch eher suboptimal. Die Einsteiger konnten/sollten nach vorne kommen. Danach erhielt jeder einen „T3Buddy“, also einen „alten Hasen“ aus der Community, der seinen Buddy herumführen, Sachen erklären, ihn mit anderen bekannt machen sollte. Das lief leider nicht ganz so gut wie erhofft. Denn viele der Neulinge, die sich zwar zuvor gemeldet hatten, wollten nicht vor die versammelte Meute stehen. Das kann man natürlich verstehen. In der Session kamen wir also zu dem Schluss, dass es vielleicht besser wäre, die Reihenfolge umzudrehen und zuerst die „alten Hasen“ nach vorne zu bitten. Nachdem diese sich kurz vorgestellt haben, könnten dann die Einsteiger und Neulinge den Buddies zugewiesen werden. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, Hemmungen abzubauen, wenn man weiss, mit wem man es eigentlich zu tun hat.

Weitere Ideen wären vielleicht:

„Helping Guides“

Jeder Teilnehmer muss sich ja zu Beginn des Camps registrieren, das heisst, er meldet sich an, erhält sein Badge und die Begrüßungsgeschenke. Könnten die Helfer an der Registrierung bei dieser Gelegenheit nicht einfach fragen, ob derjenige das erste Mal auf dem TYPO3camp ist, und wenn ja, ob er ein wenig Hilfe braucht? Ich weiss, das wäre natürlich mehr Aufwand, aber da ich beim TYPO3camp Stuttgart jetzt auch schon öfter an der Registrierung geholfen habe, denke ich, dieser Mehraufwand wäre machbar und vor allem sinnvoll.

Zusätzlich bräuchten wir dann natürlich ein paar Freiwillige, die sich dann um die Neulinge kümmern, und zwar ganz gezielt. Also kurz erklären, was ein Barcamp ist, was das besondere an einem TYPO3camp ist, wie das mit den Sessions funktioniert, und sie natürlich auch vielleicht mit bestimmten anderen Community-Mitgliedern bekannt machen. Wenn wir da pro Camp vielleicht 5-10 Leute fänden, die die Aufgabe eines „Helping Guides“ übernehmen würden, könnte vielen geholfen werden. So gäbe es für jeden einen oder mehrere Ansprechpartner, die Er/Sie von Anfang an kennt.
Ich würde mich direkt gerne bereit erklären, bei einigen der zukünftigen Camps so eine Rolle zu übernehmen. 😉

Session Slot ein Einsteiger

Sinnvoll wäre vielleicht, vor allem am ersten Tag, einen Slot für Einsteiger-Sessions zu reservieren. Auch dafür in Frage kommende Themen könnten man schon während des Ticket-Kaufs evaluieren. Bei einigen Camps ist es ja schon üblich, beim Ticketkauf Interessen anzugeben. Manchmal werden die Angaben auch auf den Teilnehmerbadges abgedruckt. An Hand der Angaben könnte man schon in einem gewissen Rahmen abschätzen, wie viele Einsteiger dabei sein werden. Wenn man diese Themen dann im Vorfeld kommuniziert (Website, Newsletter, Twitter, FB & Co.) finden sich vielleicht andere Teilnehmer, die zu den Themen etwas erzählen können.

Themen im Vorfeld kommunizieren

Was ja auf den meisten Camp-Websites schon gemacht wird, sollte vielleicht, wenn möglich, noch weiter ausgebaut werden. Sessionvorschläge/Themenwünsche schon im Vorfeld sammeln und per Website/Rundmail auch kommunizieren. Auch wenn das eigentlich den Prinzipien eines Barcamps widerspricht, könnten so vielleicht neue Teilnehmer gewonnen werden. Denn einige der Neulinge haben erzählt, dass Sie sich nicht sicher waren, ob sich der Besuch eines Camps für sie überhaupt lohnen würde. Die Befürchtung, dass nur „zu technische“ Sessions gehalten werden, war doch recht weit verbreitet.

Was ich für mich gelernt habe und plane

Die obigen Gedanken könnten vielleicht als Anregung für zukünftige Barcamps dienen. Doch auch für mich selbst konnte ich einige Ideen sammeln.

Immer wieder hört man, dass es Einsteigern schwer fällt, sich im TYPO3-Universum zurecht zu finden. Wo finde ich was, was für Tools werden genutzt, wie funktionieren diese usw.

Da mein „Spezialgebiet“ nun mal Video-Anleitungen sind, kam mir der Gedanke, eines oder mehrere Videos genau zu diesen Themen zu erstellen. Im Gegensatz zu einer reinen Linkliste könnte ich dann in den Videos natürlich auch zeigen, wie man mit den gängigen Tools arbeitet, also wie funktioniert z.B. Slack, wie finde ich mich in docs.typo3.org zurecht oder was kann man auf forge.typo3.org eigentlich tun. Ich werde mir in den nächsten Tagen verstärkt dazu Gedanken machen, mal schauen, was ich da tun kann.

Ausserdem habe ich mir vorgenommen, bei den Camps, an denen ich in Zukunft teilnehme, verstärkt darauf zu achten, ob ich Teilnehmer sehe, die irgendwie verloren wirken, und denen Hilfe anzubieten. Das ist übrigens etwas, was jeder der „alten Hasen“ tun kann. Achtet auf Leute, die alleine rumstehen oder -sitzen, die vielleicht so wirken, als hätten Sie keinen Anschluss. Wir sollten versuchen, genau diese Neulinge besser und schneller in die Community zu integrieren. Wer weiss, vielleicht findet man so ja auch den nächsten wertvollen Mitarbeiter oder Kollegen 😉

Was ist eure Meinung dazu?

Jetzt seid ihr dran! Wie seht ihr das? Liege ich mit meinen Gedanken total falsch? Oder habt ihr Verbesserungsvorschläge oder weitere Ideen, wie wir den Nachwuchs/die Einsteiger leichter und schneller an TYPO3 und die Community heran führen können?

Und an die Einsteiger, die das hier lesen: Wie seht ihr das? Habe ich einen falschen Eindruck? Was ist euer Eindruck? Was würdet ihr euch wünschen? Was braucht ihr?

Postet eure Meinungen oder Ideen einfach hier in den Kommentaren, ich bin sehr gespannt auf euren Input.

Kommentare

Kommentare

Wolfgang Wagner

lebt in Friedrichshafen und arbeitet als Web Developer bei der TYPO3 Agentur jweiland.net in Filderstadt. Weitere Orte im Web: Twitter, Facebook, Videotraining zu TYPO3 8 LTS

Kommentare (13) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Wolfgang,

    toller Artikel und prima, dass Du beim Ankommen in der „live“ Community unterstützen möchtest. Bei den DevDays hatten wir bei der Registrierung genau dies abgefragt, und es klappte zeitlich sehr gut. Andrea Herzog-Kienast hat die Erklärungen und kleinen Führungen übernommen. Was gut angekommen ist. Ob sich jede/r „Neue“ traute, gleich in der Schlange zu sagen, ich möchte die Einführung in Anspruch nehmen, weiß ich nicht. Würde mich über Rückmeldungen freuen :-).

    Bei der Planung für das TYPO3 Camp RheinRuhr haben wir die „Neuen“ und die T3Rookies im Blick, und schon Ideen entwickelt. Bist Du auch in Essen? Würden uns über „Helping Guides“ (falls möglich bereits für das Freitagprogramm) freuen :-).

    Grüße Karen

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  2. Ich den themenunabhängigen Barcamps sind wir bisher ganz gut mit einer Session „Barcamp für Einsteiger“ gefahren. Bei der Sessionplanung wurde gefragt, wer zum ersten mal ein Barcamp besucht und die Leute wurden eingeladen die Session zu besuchen. Diese fand dann auch direkt im Anschluss zur Sessionplanung statt. Der Vorteil war vorallem der, dass Einsteiger zusammen in einem Raum viel freier reden konnten.

    Auf der Veranstaltungswebseite würde ich auch schon im Vorfeld einen Menüpunkt „zum erstenmal auf einem Batcamp?“ anlegen und viel mehr darauf eingehen, was ein Barcamp ist und wo die Unterschiede zu einer Konferenz sind
    (z.b. eine Erklärende Seite anlegen wie hier:
    http://barcamp-kiel.de/was-ist-ein-barcamp/). Hier können Einsteiger doch schon einige Infos bekommen. Vielen Leuten ist der „mitmach“ Faktor gar nicht so bekannt oder es ist ihnen nicht bewusst, dass auch die „normalen“ Alltagsprobleme in TYPO3 durchaus diskussionswürdig sind.

    Im ganzen seit ihr aber auf dem richtigen Weg.

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    • Hi Christian,

      eine Session „Barcamp für Einsteiger“ halte ich auch für eine sehr gute Idee, vielleicht können wir das auch anbieten.
      Auf den meisten Barcamp-Websites gibt es meines Wissens schon Infos zu einem Barcamp. Aber vielleicht kann man einen Bereich für Beginner/Einsteiger/Anfgänger/Neulinge/WieImmerManSieAuchBezeichnet besser hervor heben.
      Danke für dein Feedback!

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  3. Ich mag die Idee der T3Buddies, würde aber überlegen, das (wenn eine entsprechende Menge an Freiwilligen vorhanden ist, ) grob nach Fachgebiet zu trennen: Entwickler, Marketingmensch, Projektmanager, …
    So hat man wenigstens irgendwie schonmal ein gemeinsames Gesprächsthema und kann in die ersten Sessions vielleicht auch zusammen rein. 🙂

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    • Die Idee finde ich gut, wobei das in der Tat manchmal schwierig werden könnte. Wenn wir allerdings nicht eine 1:1-Betreuung anstreben, sondern vielleicht ein Team von 5-10 Leuten, die sich um die Neulinge kümmern, wäre das evtl. einfacher.

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  4. Eine Art Punktesystem bei der Sessionplanung wäre vielleicht interessant. Das man der Session einen Wert gibt 1 (absolut anfängergeeignet) bis 10 (für totale Cracks) beispielsweise.
    Dann wüssten totale Neulinge vielleicht auch mehr mit einigen Sessions anzufangen und können sich besser interessante / begreifbare Themen raussuchen.

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    • Bei einigen Camps wurde auf dem Sessionplan immer dazu geschrieben, für welche Zielgruppe die Session geeignet ist.
      Tatsächlich ist es so, das auf den verschiedenen Camps auch verschieden stark auf Einsteiger eingegangen wird/wurde. Hier würde ich mir halt eine einheitlich bessere und sozusagen „standardisierte“ Vorgehensweise wünschen, damit sich die Anfänger auf allen Camps wohl fühlen können.

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  5. Hallo Wolfgang,
    ich finde es toll, dass Du das Thema aufgegriffen hast. So würde ich gerne meine Erfahrung mit TYPO3 Camp und meine Sichtweise hier ein wenig kommunizieren.

    Vor 3 Jahren war ich zum ersten Mal auf einem TYPO3 Camp (Mallorca) dabei. Die Regeln eines Bar Camps waren mir bekannt und stellten für mich kein Problem dar. Aber den Anschluss zu finden war für mich sehr, sehr schwierig und habe mich während der 3 Tage wie abgestellt und nicht abgeholt gefühlt, obwohl ich offen und kommunikativ bin. Ich habe mir gewünscht, dass mich jemand von den „Alten Hasen“ anspricht und in die Gruppe integriert. Ich denke, dass die Integration in die „Gruppe“ ein wichtiger Faktor ist und für das Wohlbefinden innerhalb der Community/des Camps eine bedeutende Rolle spielt.

    Alles andere kommt von alleine 😉

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    • Danke für deine Rückmeldung! Ja, ich kann mir vorstellen, was für ein blödes Gefühl das war. Auf meinem ersten Camp ging es mir ähnlich. Aber ich hoffe, das wir in Zukunft Methoden und Wege finden, um das zu verhindern. Ansonsten sind manche Leute halt nur einmal bei einem Camp dabei, und das wäre wirklich schade.

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  6. Hallo Wolfgang,
    Was ich noch wichtig fände bei den Buddies / Helping Hands: das sollten Leute machen die das auch wirklich wollen. Wenn einfach wieder wahllos „alte Hasen“ rausgesucht werden, kann es gut sein, dass die gar keine Lust darauf haben und sich dementsprechend kaum um ihren Neuling kümmern. Dann doch lieber eine Gruppe von Helping Hands vorstellen die das ganze auch engagiert durchsetzen. Ich denke es ist nicht so schlimm wenn die Betreuung nicht 1:1 stattfindet – man muss ja nicht permanent „aneinanderkleben“. So finden sich vielleicht auch ein paar Neue, die allein da sind, zusammen und können sich dann auf einem Level austauschen (evtl. haben manche Einsteiger bei fachlichen Themen das Gefühl, dass man sich vor nem alten Hasen „blamieren“ könnte und gehen dann keine Gespräche ein?)

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    • Da stimme ich dir absolut zu, das müssen Freiwillige sein, die sich gerne dieser Aufgabe annehmen und Spaß daran haben. Etwas anderes hätte gar keinen Sinn.
      Die Angst vor einer „Blamage“ haben sicher einige. Aber die Aufgabe der Helfer wäre eben auch, diese Angst zu nehmen.

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