Dieser Artikel ist über 1 Jahr alt. Deshalb könnten die Informationen hier veraltet sein.

15. Juli 2016

Templavoila Projekte migrieren

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Dies ist ein Gastartikel von Gernot Ploiner.

Viele TYPO3Websites wurden früher mit der beliebten Erweiterung Templavoila umgesetzt. Mittlerweile ist die Erweiterung veraltet und wird auch nicht mehr weiterentwickelt. So existiert für TYPO3 7.6 keine kompatible Version mehr.

Möchte man nun seine TYPO3 Website auf eine aktuelle TYPO3 Version upgraden oder den Content aus sonstigen Gründen aus der Datenbank bekommen, hat man ein Problem: Templavoila speichert die Inhalte in XML, welches in ein Datenbankfeld gespeichert wird. Dieses Flexform genannte XML kann man nur als Ganzes mit SQL Befehlen auslesen, nicht aber einzelne Felder (zB. Überschriften). Bisher war der einfachste Weg die Inhalte per Copy&Paste vom Frontend zu übernehmen. Dies ist mühselig und aufwändig. Immerhin muss man alle Textformatierungen, Links, Dateizuordnungen, uvm. neu einpflegen.

Abhilfe schafft nun ein Service der Entwickler von Mask: Der Templavoila Konverter. Damit werden alle Inhalte von Seiten und Inhaltselementen (sogenannten FCEs, flexible content elements) zu TYPO3 (TCA) konvertiert. Man kann so die Website mit der Erweiterung Mask weiterverwenden. Es muss lediglich noch die Frontendausgabe angepasst werden. Auch die Verwendung der Inhalte in einem anderen CMS ist möglich, da der Konverter die Daten strukturiert in der Datenbank ablegt, aus der man diese per SQL auslesen kann.

Doch nicht nur bei TYPO3 Upgrades, sondern auch bei einem Website-Relaunch ist der Konverter von Vorteil: Immerhin hat der Kunde alle Inhalte bereits im System und kann diese überarbeiten anstatt alles neu einzupflegen. Einer der großen Vorteile von TYPO3 ist, dass Design und Inhalte getrennt sind, und man somit relativ einfach das Aussehen der Website komplett verändern kann. Durch verschieben von Seiten und überarbeiten der Inhalte hat man die Website rasch an neue Strukturen angepasst und bereits vorbefüllt. So hat man in kurzer Zeit einen Relaunch mit geringstem Aufwand vollbracht.

Wie funktioniert der Konverter?

Zuerst sollte man ein Upgrade der Website auf TYPO3 7.6 durchführen. Außer man möchte nur an die Daten kommen, dann kann man direkt mit dem Konvertieren beginnen.

Für das Upgrade ist folgendes Vorgehen empfohlen: Zu Beginn ist unbedingt ein Backup aller Dateien und der Datenbank ratsam. Um in der Zwischenzeit einen Ausfall der Website zu verhindern, ist ein zweiter Webhost empfehlenswert, wo man das Upgrade im Hintergrund ausführen kann. Hat man die Website dort erstmal eingerichtet, deinstalliert man alle lokalen Erweiterungen (alle, die sich im Ordner /typo3conf/ext/ befinden).

Danach ändert man die TYPO3Source auf die nächsthöhere Haupt- oder LTSVersion (4.0 / 4.2 / 4.5 / 6.2 / 7.6). Im Anschluss führt man alle Schritte des UpgradeWizards im Installtool aus.

Ganz wichtig ist, dass man niemals Datenbanktabellen oder -felder unter “DatabaseCompare” löscht! In Folge wechselt man die TYPO3Source auf die nächst höhere LTS-Version und so weiter bis man bei der Version 7.6 den Upgrade Wizard erfolgreich ausgeführt hat.

Nun kommt der Konverter an die Reihe: Als Vorbereitung verschiebt oder kopiert man den Ordner /uploads/tx_templavoila/ nach /fileadmin/tx_templavoila/. Rasch und einfach ist dies per FTP oder SSH zu bewerkstelligen. Es ist sehr wichtig, dass der Ordnername beibehalten wird, damit der Konverter diesen erkennt.

Nun müssen die Dateien noch von FAL indiziert werden. Die geschieht durch öffnen des Ordners im TYPO3 Backendmodul Dateiliste. Man muss jedoch alles durchblättern, bis man alle Dateien angezeigt bekommen hat. Handelt es sich um sehr viele Dateien, schafft der Scheduler Task “Dateiabstraktionsschicht: Speicherindex aktualisieren” Abhilfe.

Tipp: Nach dem Konvertieren kann der Ordner umbenannt oder verschoben werden, auch die Dateien können einzeln verschoben werden.

Wenn man die Vorbereitung überspringt, wird auch alles korrekt konvertiert, jedoch bleiben alle Dateien im Ordner /uploads/tx_templavoila/, worauf Redakteure keinen Zugriff haben.

Nun exportiert man 9 Datenbanktabellen: tx_templavoila_ds, tx_templavoila_to, pages, pages_language_overlay, tt_content, be_groups, sys_file, sys_languages und backend_layout. Dies kann man bequem mit PHPMyAdmin oder sonst einem Datenbankverwaltungsprogramm tun. Den Export sendet man an das Mask-Team und man erhält eine SQLDatei und eine Datei mit dem Namen mask.json zurück.

Als nächstes ist die SQL-Datei in die Datenbank zu importieren. Ab nun sind die Inhalte strukturiert in der Datenbank gespeichert. Die mask.json Datei kann nun im Ordner /typo3conf/ abgelegt werden. Das Konvertieren ist nun auch schon wieder fertig.

Damit man die Inhalte auch im TYPO3 Backend sieht und bearbeiten kann, installiert man die aktuellste Version von Mask.

Die abschließenden Schritte sind nun: Anpassungen im TypoScript, HTMLTemplates für das Frontend migrieren und natürlich das TYPO3 Upgrade abschließen durch Upgrade, Anpassung und Installation der zu verwendenden Erweiterungen. Die Erweiterung Templavoila kann natürlich gelöscht werden. Erst ganz zum Schluss führt man noch ein “Database compare” im Installtool aus und löscht die nicht verwendeten Felder und Tabellen.

Die Kosten

Der Konverter ist nicht kostenlos. Die Konvertierung eines Projektes kostet EUR 395,00 exkl. USt. Mit den Einnahmen wird das OpenSource Projekt Mask finanziert. Für Non-Profit-Organisationen oder kleine Websites gibt es Rabatte. Anfragen beim Mask-Team zahlt sich auf jeden Fall aus. Das Konvertieren soll einen Vorteil für alle haben: Kunden brauchen Inhalte nicht übernehmen, Web-Entwickler haben eine Lösung für Templavoila-Projekte parat und das Projekt Mask bekommt Budget für die teure Entwicklung.

Kommentare

Kommentare

Gernot Ploiner

Gernot Ploiner ist Inhaber der Firma WEBprofil mit Sitz in Etsdorf bei Krems in Österreich. WEBprofil ist ein auf TYPO3 spezialisiertes Unternehmen und hat TYPO3 Erfahrung seit 2004. Links: Facebook, Xing, webprofil.at

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Unterwegs auf der TYPO3 East Europe 2016 - Magento Experten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.