TYPO3 v12: Kostenloser Support endet am 1. Mai 2026, was jetzt zu tun ist
Artikel vorlesen lassen
Der 1. Mai 2026 ist kein Notfall, wenn du den richtigen Plan hast. Drei Wege im Vergleich, mit klarer Empfehlung.
Mit dem 1. Mai 2026 endet der kostenlose Support für TYPO3 v12 LTS. Das wird in den nächsten Wochen einige unangenehme Gespräche geben. Mit Kunden, die das Thema seit zwei Jahren vor sich herschieben. Mit dem eigenen Kalender, in dem für Migrationsprojekte gerade kein Termin frei ist. Mit Sitepackages, die lange niemand mehr angefasst hat.
Die TYPO3 GmbH bietet zwei offizielle Wege an: Upgrade oder ELTS-Lizenz. In der Praxis kommt ein dritter dazu, der sich gerne als „wir lassen es erstmal laufen" tarnt. Auch das ist eine Entscheidung, nur eben keine bewusste.
Was am 1. Mai 2026 wirklich endet
Ab dem 1. Mai gibt es für v12 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Keine Fehlerbehebungen. Keine Kompatibilitäts-Anpassungen für PHP, Datenbanken oder Browser. Die Installationen laufen weiter, das ist klar. Aber jede neue CVE-Meldung, die danach gefunden wird, bleibt offen, solange du keine ELTS-Lizenz hast. Das Risiko entsteht nicht über Nacht. Es wächst über die kommenden Monate, und ab einem bestimmten Punkt ist es gegenüber dem Kunden nicht mehr vertretbar.
Parallel laufen v13 (Free Support bis 31. Oktober 2027) und v14 LTS (Free Support bis 30. Juni 2029).
Drei Wege, drei sehr unterschiedliche Konsequenzen
Weg 1: Upgrade auf v14
Der saubere Weg. v14 LTS ist seit April 2026 verfügbar. Für komplexere Projekte ist das Zeitfenster bis zur 14.1 oder 14.2 oft die ehrlichere Empfehlung. Kein Kunde dankt es dir, wenn du ihn auf eine Major.0 setzt, die zwei Wochen alt ist.
Wenn der Zeitpunkt aber stimmt, bringt v14 im Alltag spürbare Verbesserungen mit. Für Redakteure heißt das: aufgeräumtes Backend, weniger Klickwege, sauberere Voreinstellungen an den Stellen, an denen man sich seit Jahren geärgert hat. Für Integratoren stecken die relevanten Punkte in kleineren API-Verbesserungen, aufgeräumten ViewHelpern und optimierten Abläufen. Dazu kommen die Site Sets, die seit v13 fest im Core verankert sind und die klassische TypoScript-Statics-Verkettung ablösen. Wer von v11 oder einer Non-Composer-v12 kommt, hat zusätzlich den großen Sprung Richtung Composer-only vor sich.
Realistisch gesagt: Ein v12-zu-v14-Upgrade ist kein Wochenende. Eigene Sitepackages, fremde Extensions, eigenes TypoScript, alles muss durch. Bei einem schlanken Projekt mit gepflegtem Code und wenigen Extensions sind zwei bis fünf Personentage drin. Ein durchschnittliches Mittelstandsprojekt mit gewachsenem Sitepackage und einer Handvoll Drittanbieter-Extensions liegt eher bei fünf bis fünfzehn Personentagen. Bei aufwendigen Projekten oder einem Doppelsprung von v11 (oft inklusive Composer-Umstellung) sind fünfzehn bis fünfundzwanzig Personentage keine Ausnahme.
Vorab klären: deine Extensions. Die häufigste Migrations-Bremse ist nicht der Core, sondern die Liste deiner Drittanbieter-Extensions. Ist die v14-kompatible Version draußen, und ist der Maintainer aktiv? Diese Frage entscheidet oft schon, ob das Upgrade in deinem Zeitrahmen machbar ist. Vor jedem ernsten Aufwandsgespräch lohnt ein Blick in den TER und auf die GitHub-Repos der relevanten Extensions.
Weg 2: ELTS-Lizenz kaufen
ELTS verlängert die Sicherheitsupdates kostenpflichtig um bis zu drei Jahre. In manchen Konstellationen ist das die einzig vernünftige Antwort. Eine Behörde mit fester Vertragslaufzeit. Ein Kunde, dessen Projekt in den nächsten Monaten ohnehin abgelöst oder neu ausgeschrieben wird. Da ergibt ELTS Sinn.
Für reguläre Agenturprojekte ist es aber meistens Aufschub statt Lösung. Drei Punkte, die im Kundengespräch oft untergehen:
Du zahlst doppelt. Die ELTS-Kosten kommen oben drauf. Das Upgrade kommt trotzdem, nur später. Je länger du wartest, desto weiter ist deine Installation vom dann aktuellen Release weg, und desto teurer wird der spätere Sprung.
Der Druck verschwindet. Sobald die Lizenz gekauft ist, wandert das Migrationsthema in der Kundenroadmap nach hinten. Aus geplanten drei Jahren ELTS wird in der Praxis ein dauerhaftes Schieben der Migration.
Der Kunde lernt das Falsche. Wenn ELTS einmal als Standardantwort etabliert ist, wird sie beim nächsten LTS wieder erwartet. Du hast dem Kunden beigebracht, dass Software-Updates verhandelbar sind. Sind sie aber nicht.
Weg 3: Nichts tun
Häufiger als man denkt. Meist nicht als Entscheidung, sondern weil das Budgetgespräch nicht zustande kommt oder beim Kunden gerade Wichtigeres läuft. Wenn du in dieser Situation bist: Schick dem Kunden eine kurze, schriftliche Risikoeinordnung. Damit später keine Diskussion entsteht, wer wann was gewusst hat.
Was im Alltag selten ausgesprochen wird
Das eigentliche Problem ist nicht der 1. Mai 2026. Das eigentliche Problem ist die Art, wie viele TYPO3-Projekte gepflegt werden. Drei Jahre minimal-invasive Wartung, dann hektische Migration, dann wieder drei Jahre auf der neuen Version sitzen bleiben.
Das funktioniert bei überschaubaren Projekten irgendwie. Bei größeren wird es jedes Mal schmerzhafter, weil Custom-Extensions, eigenes TypoScript und Sitepackages mit der Zeit altern, ohne dass jemand drauf schaut.
Mal ehrlich: Die wenigsten Integratoren gehen wirklich kontinuierlich mit den TYPO3-Versionen mit. Das ist auch nicht realistisch, wenn Tagesgeschäft, Kundentermine und Akquise unter einen Hut müssen. Aber zwischen „ich lerne jede neue Version komplett neu“ und „ich gucke alle drei Jahre kurz vor knapp“ gibt es einen Mittelweg, den die meisten schlicht nicht haben.
Dazu kommt ein Gespräch, das gerade jetzt häufiger stattfindet als sonst: Manche Kunden werden den Stichtag nutzen, um die Plattform grundsätzlich infrage zu stellen. Warum eigentlich noch TYPO3 und nicht WordPress oder Drupal? Diese Frage wird öfter gestellt, als im TYPO3-Umfeld gerne wahrgenommen wird. Wer da eine ehrliche Standortbestimmung liefern kann, statt nur Migrationsangebote, behält Kunden – oder verliert sie zumindest zu sauberen Konditionen, statt schleichend.
Was du jetzt konkret tun kannst
Eine kurze Bestandsaufnahme für die nächste Woche:
- Welche v12-Projekte sind in deinem Bestand?
- Welches PHP läuft dort, welche Extensions sind drin, welche davon werden noch gepflegt?
- Welcher Kunde versteht das Thema, welcher nicht? Beim zweiten Typ geht eine kurze schriftliche Risikoeinordnung raus.
- Welches Projekt ist technisch am nächsten an v14 dran? Das wird dein Pilotprojekt.
Mehr braucht es für den Anfang nicht. Was es braucht, ist die Entscheidung, jetzt anzufangen, statt es noch ein Quartal zu schieben.
Wenn du dich aus dem Hamsterrad lösen willst
Wenn du das Gefühl hast, dass du bei jedem TYPO3-LTS-Wechsel wieder von vorne anfängst, dann liegt das nicht an dir. Es liegt am Lernformat. Klassische Kurse zu einer bestimmten Version sind in dem Moment veraltet, in dem sie fertig sind. Und wer immer erst dann anfängt zu lernen, wenn der Stichtag drückt, lernt unter Druck. Das ist die schlechteste Lernsituation, die es gibt.
Genau deshalb läuft mein TYPO3 Komplettkurs anders. Ein flexibler Zugang, alle Inhalte, kontinuierliche Updates. Wenn v15 kommt, sind die Inhalte da. Wenn ein Feature relevant wird, wird es ergänzt. Du kaufst nicht alle drei Jahre einen neuen Kurs, sondern bleibst dauerhaft auf Stand. Heißt nicht, dass damit das Upgrade von allein erledigt wäre. Heißt aber, dass du nicht parallel zum Migrationsstress noch v14 von Null aufholen musst.
Mehr Infos zum TYPO3 Komplettkurs
BackDu hast eine Frage oder willst das Thema diskutieren?
Im Community Hub für TYPO3 kannst du dich mit anderen TYPO3 Anwendern austauschen. Und wenn du keine neuen Artikel verpassen willst: Der TYPO3 Newsletter kommt einmal im Monat, ohne Spam.
Hi, ich bin Wolfgang.
Seit 2006 arbeite ich mit TYPO3. Nicht in der Theorie, sondern in echten Projekten mit echten Deadlines. Die Probleme, die du gerade hast, hatte ich wahrscheinlich schon dreimal.
Irgendwann habe ich angefangen, mein Wissen in Videokurse zu packen. Nicht weil ich gerne vor der Kamera stehe, sondern weil ich dieselben Fragen immer wieder gehört habe. Mittlerweile sind es Hunderte Videos geworden. Jedes Einzelne entstand aus einer konkreten Frage aus einem konkreten Projekt.
Was mich von einem YouTube-Tutorial unterscheidet: Ich kenne nicht nur die Lösung, sondern auch den Kontext. Warum etwas so funktioniert. Wann es nicht funktioniert. Und welche Fehler du dir sparen kannst, weil ich sie schon gemacht habe.
Meine Teilnehmer nutzen mich als Sparringspartner. Nicht im Sinne von "ruf mich jederzeit an", sondern so: Du kommst mit einem konkreten Problem in die Live-Session, postest deine Frage in der Community oder schaust dir das passende Video an. Und bekommst eine Antwort, die funktioniert, weil sie aus der Praxis kommt.
Als Mitglied im TYPO3 Education & Certification Committee sorge ich dafür, dass die Zertifizierungsprüfungen auf dem aktuellen Stand bleiben. Was dort geprüft wird, fließt direkt in meine Kurse ein.