TYPO3 lernen: Warum eine Stunde am Tag reicht
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Wer TYPO3-Lernen auf "wenn das Projekt fertig ist" verschiebt, wartet ewig. Warum regelmäßige Lernblöcke besser funktionieren als intensive Marathons.
Du weißt, dass du dich weiterbilden solltest. Vielleicht steht TYPO3 v14 vor der Tür, vielleicht hast du seit zwei Versionen nichts Neues angefasst. Und dann kommt dieser Vorsatz: "Am Wochenende setze ich mich mal hin und arbeite mich durch."
Kurz gesagt: Das funktioniert nicht.
Warum der Kurs-Marathon scheitert
Die Idee klingt gut: Ein freies Wochenende, Kaffee, Laptop auf, und dann fünf Stunden am Stück lernen. Alles nachholen, was sich angestaut hat.
Das Problem: Nach ein bis zwei Stunden ist bei den meisten die Luft raus. Das ist kein Zeichen von Schwäche, das ist Biologie. Unser Gehirn verarbeitet neue Informationen in begrenzten Portionen. Wer versucht, drei Monate Lernrückstand an einem Wochenende aufzuholen, landet meistens bei: viel gelesen, wenig verstanden, nichts hängen geblieben.
Ich kenne das von mir selbst. Wenn ich Kurse zu verschiedenen Themen durcharbeite, ist nach ein bis zwei Stunden Schluss. Dann muss ich was anderes machen. Das ist typabhängig, klar. Aber ich habe noch niemanden getroffen, der nach fünf Stunden konzentriertem Lernen noch genauso aufnahmefähig ist wie am Anfang.
Das eigentliche Problem: Lernen als Restgröße
Der Kurs-Marathon ist aber nur das Symptom. Das eigentliche Problem liegt tiefer: Die meisten behandeln Weiterbildung als etwas, das passiert, wenn alles andere erledigt ist.
"Wenn das Projekt fertig ist, dann lerne ich die neuen Features."
"Wenn der Kunde das Projekt abgenommen hat, schaue ich mir das mal an."
"Nächsten Monat habe ich mehr Zeit."
Das höre ich immer wieder. Und es ist verständlich. Wenn Deadlines drücken und der Kunde wartet, hat Lernen keine Priorität. Aber "nächsten Monat" kommt nie. Es kommt immer ein neues Projekt, ein neuer Kunde, eine neue Deadline.
Das Ergebnis: Man schiebt Weiterbildung vor sich her, bis der Rückstand so groß wird, dass der Einstieg sich anfühlt wie ein Berg. Und dann greift man zum Kurs-Marathon. Der Kreis schließt sich.
Was passiert, wenn man den Anschluss verliert
Ich erlebe das regelmäßig: Integratoren, die grundlegende Dinge vergessen haben, die früher selbstverständlich waren. Unsicherheit bei Befehlen auf dem Terminal. Lücken bei Konzepten, die eigentlich zum Handwerkszeug gehören.
Das passiert nicht über Nacht. Das ist ein schleichender Prozess. Man merkt es erst, wenn es wehtut: im Kundengespräch, wenn eine Frage kommt, auf die man keine Antwort hat. Oder wenn man für ein Problem Stunden braucht, das früher in dreißig Minuten gelöst war.
Und es geht nicht nur ums Aufschieben. Manchmal verschiebt man Themen dauerhaft, weil gerade jemand anderes im Team das übernimmt. Aber was passiert, wenn diese Person nicht mehr da ist? Dann steht man plötzlich ohne Netz da.
Die Alternative: Tagesportionen statt Marathon
Die Lösung ist nicht spektakulär. Sie ist sogar ziemlich unspektakulär: eine Stunde am Tag. Nicht mehr.
Das klingt nach wenig. Aber rechnen wir mal: Eine Stunde am Tag, fünf Tage die Woche, das sind fünf Stunden pro Woche. In einem Monat sind das zwanzig Stunden. In drei Monaten sechzig Stunden. Das ist mehr als die meisten in einem ganzen Jahr an strukturierter Weiterbildung schaffen.
Der Trick ist nicht die Menge, sondern die Regelmäßigkeit. Ein Video von zehn bis fünfzehn Minuten, dazu ein bisschen Praxis. Das passt in jeden Arbeitstag. Auch wenn Projekte laufen. Auch wenn der Kunde gerade nervt.
20 bis 30 Prozent: Eine Faustregel, die aufgeht
Es gibt die Empfehlung, dass Entwickler und Integratoren 20 bis 30 Prozent ihrer Arbeitszeit fürs Lernen einplanen sollten, um nicht zurückzufallen. Bei einer 40-Stunden-Woche wären das 8 bis 12 Stunden pro Woche, also anderthalb bis zweieinhalb Stunden am Tag.
Das ist das Ideal. Und ja, das klingt nach viel. Aber selbst wer "nur" eine Stunde am Tag schafft, ist schon deutlich besser dran als jemand, der gar nichts macht und alles auf das nächste freie Wochenende verschiebt. Eine Stunde am Tag ist ein realistischer Einstieg, der sich summiert.
In der Praxis ist das leider oft ein frommer Wunsch. Aber nicht unbedingt, weil die Agentur oder der Chef es nicht ermöglicht. Oft scheitert es an einer inneren Blockade: Man hat das Gefühl, produktiv arbeiten zu müssen. Kundenprojekte erledigen, Zeitdruck abbauen. Lernen fühlt sich an wie Zeitverschwendung, obwohl es das Gegenteil ist.
Und manche Chefs räumen ihren Mitarbeitern tatsächlich keine Lernzeit ein. Das halte ich ehrlich gesagt für geschäftsschädigend. Wer seinen Leuten keine Zeit zum Lernen gibt, hat über kurz oder lang Mitarbeiter, die nicht mehr auf der Höhe sind. Das wirkt sich direkt auf die Projektqualität aus.
Lernzeit blocken wie ein Meeting
Mein konkreter Rat: Trag dir Lernzeit in den Kalender ein. Wie ein Meeting. Wie einen Kundentermin.
Im Teamkalender sehen die Kollegen: "X hat gerade Lernblock, nicht stören." Was spricht dagegen? Ob man Zeit für ein Meeting blockiert, das vielleicht eh sinnlos ist, oder die Zeit für etwas Nützliches nutzt.
Wann die beste Zeit ist, muss jeder selbst herausfinden. Manche sind morgens am aufnahmefähigsten, andere nachmittags oder abends. Ich nehme mir in der Regel morgens eine halbe bis eine Stunde, bevor die eigentliche Arbeit losgeht. Bei mir funktioniert das am besten.
Wichtig ist: Es muss ein fester Block sein, kein "Wenn ich Zeit habe". Denn "Wenn ich Zeit habe" bedeutet in der Praxis: nie.
TYPO3 v14: Kein Grund zur Panik, aber auch kein Grund zur Faulheit
Viele Integratoren haben bei einer neuen TYPO3-Version das Gefühl, alles auf einmal verstehen zu müssen. Site Sets, neue ViewHelper, angepasste Rendering-Konzepte. Das fühlt sich schnell an wie ein Berg.
Aber hier ist die gute Nachricht: Die neuen Wege in TYPO3 v14 sind größtenteils optional. Die alten Methoden funktionieren weiterhin. Abwärtskompatibilität wird bei TYPO3 großgeschrieben. Man kann nach und nach umsteigen, Schritt für Schritt.
Aber: Spätestens mit der übernächsten Version sollte man die aktuellen Techniken draufhaben. Was in Version 13 und 14 noch als alter Weg funktioniert, kann in Version 15 wegfallen. Und wer jetzt schon mit den neuen Methoden arbeitet, merkt schnell: Vieles geht einfacher und sauberer als vorher. Das spart bei jedem neuen Projekt Zeit und Nerven.
Wo anfangen? Für Integratoren: Site Sets, TypoScript-Anpassungen, Fluid-Änderungen. Alles, was mit dem täglichen Handwerk zu tun hat. Nicht alles auf einmal. Ein Thema pro Woche. Tagesportionen eben.
"Bei mir geht das nicht"
Wenn mir jemand sagt, dass das bei ihm nicht funktioniert, dann frage ich: Warum? Was ist dein konkretes Problem?
Meist gibt es wenige Gründe, warum eine Stunde am Tag nicht drin sein sollte. Natürlich gibt es Phasen, in denen Projektarbeit wirklich Vorrang hat. Deadlines drücken, dringende Sachen müssen erledigt werden. Da muss man flexibel sein.
Aber im normalen Projektalltag? Da geht das. Und ich sage das nicht als Kursanbieter, der dir was verkaufen will. Ich sage das als jemand, der seit Jahren so arbeitet. Ich habe mir immer Lernblöcke genommen, weil für mich klar war, dass das Teil meiner Arbeitszeit ist. Das war nie eine Frage. Wenn mir ein Chef oder Vorgesetzter da Steine in den Weg gelegt hätte, hätte ich diskutiert. Das wäre für mich keine Option gewesen.
Und als Freelancer? Da ist das Argument oft: "Jede Stunde Lernen ist eine Stunde, die ich nicht abrechnen kann." Das stimmt kurzfristig. Aber die Rechnung geht andersrum auf: Die Stunde, die du heute in aktuelles Wissen investierst, spart dir morgen drei Stunden Frickelei an einem Problem, das du mit modernen Methoden in einem Bruchteil der Zeit gelöst hättest. Und sie verhindert, dass du in einem Jahr Projekte verlierst, weil dein Wissen nicht mehr reicht.
Die Rechnung ist einfach
Eine Stunde am Tag investieren oder irgendwann feststellen, dass man den Anschluss verloren hat. Dass Kundengespräche unangenehm werden. Dass Probleme länger dauern als nötig. Dass jüngere Kollegen Dinge können, die man selbst nicht mehr versteht.
Der Kurs-Marathon wird das nicht lösen. Eine einzelne intensive Woche wird das nicht lösen. Was es löst, ist Kontinuität. Jeden Tag ein bisschen. Dranbleiben statt aufholen.
Das ist nicht glamourös. Aber es funktioniert.
PS: Genau so ist übrigens mein TYPO3 Komplettkurs aufgebaut: Videos in kurzen Einheiten von fünf bis fünfzehn Minuten, die du in deinen Arbeitsalltag integrieren kannst. Kein Marathon, kein Wochenend-Bootcamp. Und weil der Kurs kontinuierlich aktualisiert wird, musst du bei der nächsten TYPO3-Version nicht wieder von vorne anfangen.
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Hi, ich bin Wolfgang.
Seit 2006 arbeite ich mit TYPO3. Nicht in der Theorie, sondern in echten Projekten mit echten Deadlines. Die Probleme, die du gerade hast, hatte ich wahrscheinlich schon dreimal.
Irgendwann habe ich angefangen, mein Wissen in Videokurse zu packen. Nicht weil ich gerne vor der Kamera stehe, sondern weil ich dieselben Fragen immer wieder gehört habe. Mittlerweile sind es Hunderte Videos geworden. Jedes Einzelne entstand aus einer konkreten Frage aus einem konkreten Projekt.
Was mich von einem YouTube-Tutorial unterscheidet: Ich kenne nicht nur die Lösung, sondern auch den Kontext. Warum etwas so funktioniert. Wann es nicht funktioniert. Und welche Fehler du dir sparen kannst, weil ich sie schon gemacht habe.
Meine Teilnehmer nutzen mich als Sparringspartner. Nicht im Sinne von "ruf mich jederzeit an", sondern so: Du kommst mit einem konkreten Problem in die Live-Session, postest deine Frage in der Community oder schaust dir das passende Video an. Und bekommst eine Antwort, die funktioniert, weil sie aus der Praxis kommt.
Als Mitglied im TYPO3 Education & Certification Committee sorge ich dafür, dass die Zertifizierungsprüfungen auf dem aktuellen Stand bleiben. Was dort geprüft wird, fließt direkt in meine Kurse ein.