Outgrouping: Sag klar, für wen du nicht da bist
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Ein Angebot für alle ist ein Angebot für niemanden. Outgrouping dreht den Spieß um: Sag klar, für wen du nicht da bist, und du ziehst genau die Richtigen an.
Kurz gesagt: Wer klar sagt, für wen sein Angebot nicht gedacht ist, zieht genau die richtigen Kunden an. Diese bewusste Abgrenzung heißt Outgrouping. Sie wirkt kontraintuitiv, schützt aber vor Fehlkäufen, Rückgaben und Kunden, die viel Energie kosten. Dieser Artikel zeigt, warum das für beide Seiten besser ist und wie du es auf deiner Website konkret umsetzt.
Ein Angebot, das für alle passt, passt am Ende für niemanden richtig. Trotzdem stellen sich viele TYPO3-Freelancer und Agenturen möglichst breit auf. Die Sorge dahinter: Wer klar sagt, für wen er da ist, schließt potenzielle Kunden aus. In der Praxis ist das Gegenteil der Fall.
Ich habe in den letzten Jahren immer wieder erlebt, was passiert, wenn die falschen Leute mein Angebot kaufen. In meinen Kursen saßen Teilnehmer, die sich nur oberflächlich in TYPO3 einarbeiten wollten und prompt überfordert waren. Andere wollten in die Extension-Entwicklung und vermissten dann genau dieses Thema. Beide Gruppen gehören nicht zu meiner Hauptzielgruppe. Und beide waren am Ende unzufrieden.
Wer alle ansprechen will, erreicht niemanden
Breite Positionierung fühlt sich sicher an, ist aber ein Trugschluss. Wer versucht, jeden anzusprechen, formuliert zwangsläufig vage. Vage Angebote bleiben unsichtbar, weil sich niemand persönlich gemeint fühlt.
Gerade im TYPO3-Umfeld ist die Zielgruppe ohnehin spezifisch. Ein Integrator hat andere Fragen als ein Redakteur, ein Solo-Freelancer andere als ein ganzes Agentur-Team. Wer all diese Gruppen gleichzeitig bedienen will, verwässert die eigene Botschaft, bis sie für keinen mehr greift.
Outgrouping bedeutet Klarheit, nicht Arroganz
Outgrouping heißt, aktiv zu kommunizieren, für wen ein Angebot nicht gedacht ist. Es ist das Gegenstück zum Ingrouping, bei dem du die passende Zielgruppe ansprichst und ihr signalisierst: Du bist hier richtig.
Wichtig ist die Haltung dahinter. Outgrouping ist keine Arroganz und kein Aussortieren von oben herab. Es ist schlicht Klarheit. Wer offen sagt, für wen sein Angebot gemacht ist und für wen nicht, zeigt, dass er sein eigenes Angebot genau kennt. Das schafft Vertrauen bei den richtigen Leuten und filtert die falschen, bevor es zu Enttäuschungen kommt.
Klare Abgrenzung hilft beiden Seiten
Wenn die falschen Kunden kaufen, verlieren beide Seiten. Der Kunde bekommt nicht, was er erwartet hat, und ist enttäuscht. Auf mich kommen Rückgaben, Kündigungen und Diskussionen zu, die niemandem etwas bringen.
Deshalb ist es für beide Seiten besser, von Anfang an klar zu sagen, für wen ein Produkt oder eine Dienstleistung gedacht ist und für wen nicht. Wer sich vorher angesprochen fühlt und bewusst zusagt, ist die Art von Kunde, mit dem die Zusammenarbeit Spaß macht und Ergebnisse bringt. Outgrouping ist damit kein Marketing-Trick, sondern gelebte Ehrlichkeit.
Ich weiß, welcher Gedanke jetzt kommt: Verliere ich nicht Umsatz, wenn ich Kunden aktiv abweise? Kurzfristig vielleicht den einen oder anderen Fehlkauf. Doch genau diese Fehlkäufe kosten dich am Ende mehr, als sie einbringen. Rückerstattungen, Support für jemanden, der nie zufrieden wird, ausbleibende Empfehlungen. Ein passender Kunde, der bleibt und dich weiterempfiehlt, ist mehr wert als drei unpassende, die wieder abspringen.
Wo du deine Abgrenzung platzierst
Die Abgrenzung gehört dorthin, wo Interessenten zuerst hinschauen. Bei mir ist das die Startseite. Sinnvoll ist sie außerdem auf Unterseiten zu konkreten Dienstleistungen und auf Landingpages für einzelne Produkte.
Auf einer Landingpage für ein bestimmtes Produkt gehört sie für mich zwingend dazu. Wer dort liest, steht kurz vor einer Entscheidung. Genau hier hilft eine klare Einordnung, die richtige Wahl zu treffen.
Wie du es formulierst, ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen
Ein klar formuliertes Ja macht ein hartes Nein meistens überflüssig. Du musst nicht jeden ausdrücklich ausschließen. Wenn du die Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit klar benennst, merken die Unpassenden von selbst, dass es nicht passt.
In der Praxis nutze ich drei Muster:
1. Zwei Spalten: passt zu dir, passt nicht zu dir. Auf der einen Seite die Punkte, die für dein Angebot sprechen. Auf der anderen Seite die Punkte, bei denen jemand besser woanders aufgehoben ist. Der direkte Kontrast schafft sofort Klarheit. So sieht das beim TYPO3 Komplettkurs konkret aus:
Der TYPO3 Komplettkurs ist das Richtige für dich, wenn du ...
- ... TYPO3 von Grund auf richtig lernen willst, statt dich durch verstreute Quellen zu kämpfen.
- ... als Freelancer eigenständig mit TYPO3 arbeiten und sicher auftreten willst.
- ... im Agentur-Team neue Leute schnell und strukturiert einarbeiten möchtest.
- ... die offizielle Integrator-Zertifizierung (TCCI) anstrebst und sicher in die Prüfung gehen willst.
Dieser Kurs ist nichts für dich, wenn du ...
- ... fertige Code-Snippets suchst, die du nur noch copy-pasten musst. Im Komplettkurs lernst du, wie TYPO3 funktioniert und warum, nicht nur, was du eintippen musst.
- ... Extensions entwickeln willst. Der Kurs richtet sich an Integratoren, die TYPO3 konfigurieren, einrichten und Projekte umsetzen. PHP-Entwicklung für eigene Extensions ist nicht Teil des Kurses.
- ... nur eine schnelle Antwort auf ein einzelnes Problem suchst, statt TYPO3 dauerhaft als Werkzeug zu nutzen.
- ... bereits TCCI-zertifiziert bist und nur die Zertifizierung selbst brauchst, nicht die Vorbereitung darauf.
2. Eine klare Ja-Liste. Nicht jedes Angebot braucht beide Spalten. Manchmal genügt eine klar formulierte Ja-Liste nach dem Muster "Das ist das Richtige für dich, wenn du ...". Wer die Voraussetzungen erfüllt, fühlt sich angesprochen. Wer sie nicht erfüllt, merkt von selbst, dass er nicht gemeint ist. Das ist die zurückhaltendere Variante, wenn ein hartes Nein nicht zum Ton deiner Marke passt.
3. Haltung und Erwartung offen zeigen. Auf meiner Homepage steht unter der Überschrift "So arbeite ich. Und was ich von dir erwarte.", was mir wichtig ist: gründliches Lernen statt Abkürzungen, aktuelle Methoden statt "das haben wir schon immer so gemacht", verstehen statt nur nachmachen. Das ist ehrlich, und es zieht genau die Leute an, die so arbeiten wollen.
Und die Sorge, dass man jemanden verprellt? Wenn du höflich und sachlich formulierst, besteht diese Gefahr kaum. Sollte sich doch jemand von einer freundlichen Klarstellung angegriffen fühlen, ist das in der Regel jemand, mit dem die Zusammenarbeit ohnehin schwierig geworden wäre.
Fazit
Wer klar sagt, für wen er nicht da ist, wird glaubwürdiger für den, für den er da ist. Outgrouping kostet ein bisschen Mut, zahlt sich aber doppelt aus: weniger Fehlkäufe und Reibung, dafür mehr von den Kunden, mit denen die Arbeit Freude macht. Formuliere dein „Ja“ so klar, dass dein „Nein“ sich von selbst ergibt. Platziere diese Klarheit dort, wo Menschen ihre Entscheidung treffen. Dann arbeitet deine Positionierung für dich, nicht gegen dich.
Du arbeitest gerade an deiner eigenen Positionierung und willst einen ehrlichen Blick von außen? Ich biete aktuell in kleinem Rahmen Einzelgespräche an, in denen wir genau solche Fragen durchgehen. Wenn das für dich interessant klingt, melde dich einfach direkt bei mir.
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