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Open-Source als Ehrenamt: Warum ich Boris Hinzers Petition unterstütze

Open-Source als Ehrenamt: Warum ich Boris Hinzers Petition unterstütze

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Open Source trägt unsere digitale Infrastruktur, aber die Arbeit dahinter wird nicht anerkannt. Boris Hinzer hat eine Petition gestartet, die das ändern soll.

Seit über 15 Jahren bin ich aktiv in der TYPO3-Community. Ich beantworte Fragen, halte Vorträge und erstelle YouTube-Videos zu TYPO3-Themen. Seit ein paar Jahren sitze ich auch im Education Committee, wo wir gemeinsam die offiziellen Zertifizierungsprüfungen entwickeln. All das mache ich in meiner Freizeit, ohne Bezahlung, weil ich an Open Source glaube.

Und genau deshalb unterstütze ich die Petition von Boris Hinzer: Open-Source-Arbeit muss in Deutschland endlich als Ehrenamt anerkannt werden.

Warum diese Petition wichtig ist

Open-Source-Software ist heute das Fundament unserer digitalen Infrastruktur. TYPO3, Linux, Apache, PostgreSQL, die Programmiersprachen PHP und Python, Framework wie React und Vue, Sicherheitsbibliotheken, KI-Tools: Fast alles, was wir täglich nutzen, basiert auf der unbezahlten Arbeit tausender Freiwilliger.

Trotzdem wird diese Arbeit in Deutschland steuer- und förderrechtlich nicht als Ehrenamt anerkannt. Das ist ein Ungleichgewicht, das korrigiert werden muss.

Boris Hinzers Petition fordert die Gleichstellung mit klassischem Ehrenamt wie Vereinsarbeit, Jugendarbeit oder Rettungsdiensten. Das würde bedeuten:

  • Steuerfreie Aufwandsentschädigungen über die Ehrenamtspauschale
  • Leichtere Gemeinnützigkeit für Open-Source-Projekte
  • Rechtssicherheit bei Haftungsfragen
  • Anerkennung als gesellschaftlich wertvolle Tätigkeit

Meine persönliche Perspektive: Das TYPO3 Education Committee

Ich bin Mitglied im TYPO3 Education Committee. Wir entwickeln die offiziellen Zertifizierungsprüfungen für TYPO3-Integratoren, definieren Lehrpläne und setzen Qualitätsstandards für die gesamte TYPO3-Ausbildung. Diese Arbeit kostet Zeit, Nerven und Energie.

Wenn ich für einen Kunden eine Schulung halte, ist das mein Business. Aber wenn ich abends am Prüfungskatalog arbeite oder an Wochenenden an Bildungsstandards feile, ist das unbezahlte Community-Arbeit.

Ist das Ehrenamt? Aus meiner Sicht: eindeutig ja. Es dient der Allgemeinheit, geschieht freiwillig und stärkt die digitale Kompetenz in Deutschland. Aber rechtlich? Fehlanzeige.

Das Problem: Gesellschaft profitiert, aber Anerkennung fehlt

Staatliche Einrichtungen, Kommunen, Schulen und Unternehmen profitieren massiv von Open Source. Sicherheitslücken wie Heartbleed oder Log4Shell haben gezeigt, wie kritisch die Arbeit der Maintainer ist.

Gleichzeitig fehlen Ressourcen und Strukturen, weil die Arbeit formal nicht als Ehrenamt gilt. Das erzeugt eine unausgewogene Verantwortungslast: Wenige Freiwillige tragen die Last, während Millionen profitieren.

Die Petition nennt sechs klare Argumente:

  1. Open Source trägt nachweislich zum Gemeinwohl bei
  2. Die Arbeit geschieht überwiegend unbezahlt
  3. Gesellschaftliche Abhängigkeit ohne gesellschaftliche Anerkennung
  4. Anerkennung als Ehrenamt würde Rechtsklarheit schaffen
  5. Digitalisierung braucht freiwillige Kompetenz
  6. Deutschland hinkt international hinterher

Jedes dieser Argumente trifft zu. Ich habe sie alle selbst erlebt.

Was du jetzt tun kannst

Unterschreibe die Petition: openpetition.de/!pcjqh

Die Petition braucht 30.000 Unterschriften für das Quorum beim Deutschen Bundestag. Aktuell stehen wir bei 13. Das ist ein weiter Weg, aber machbar.

Teile die Petition in deinem Netzwerk: LinkedIn, Mastodon, BlueSky, Facebook, wo auch immer du aktiv bist. Jede Unterschrift zählt.

Sprich darüber mit Kollegen, Auftraggebern, Kunden. Viele wissen nicht, wie sehr sie von Open-Source-Arbeit profitieren und wie wenig Anerkennung die Menschen dahinter bekommen.

Warum Boris Hinzer diese Petition gestartet hat

Boris kenne ich seit vielen Jahren aus der TYPO3-Community. Er ist seit Jahrzehnten aktiv, hat unzählige Stunden in Open Source investiert und kennt die Herausforderungen aus erster Hand.

Dass er diese Petition gestartet hat, zeigt Mut und Weitsicht. Es geht nicht um Einzelinteressen, sondern um ein strukturelles Problem, das Tausende betrifft.

Danke, Boris, dass du das Thema auf die politische Agenda bringst.

Mein Fazit

Open-Source-Arbeit ist Ehrenamt. Punkt. Sie dient der Gesellschaft, geschieht freiwillig und ist unverzichtbar für unsere digitale Infrastruktur.

Es wird Zeit, dass Deutschland das endlich anerkennt.

Hier geht's zur Petition: openpetition.de/!pcjqh

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Wer schreibt hier?

Hi, ich bin Wolfgang.

Seit 2006 tauche ich tief in die faszinierende Welt von TYPO3 ein – es ist nicht nur mein Beruf, sondern auch meine Leidenschaft. Mein Weg führte mich durch unzählige Projekte, und ich habe Hunderte von professionellen Videoanleitungen erstellt, die sich auf TYPO3 und seine Erweiterungen konzentrieren. Ich liebe es, komplexe Themen zu entwirren und in leicht verständliche Konzepte zu verwandeln, was sich auch in meinen Schulungen und Seminaren widerspiegelt.

Als aktives Mitglied im TYPO3 Education Committee setze ich mich dafür ein, dass die Prüfungsfragen für den TYPO3 CMS Certified Integrator stets aktuell und herausfordernd bleiben. Seit Januar 2024 bin ich stolz darauf, offizieller TYPO3 Consultant Partner zu sein!

Meine Leidenschaft endet aber nicht am Bildschirm. Wenn ich nicht gerade in die Tiefen von TYPO3 eintauche, findest du mich oft auf meinem Rad, während ich die malerischen Wege am Bodensee erkunde. Diese Ausflüge ins Freie sind mein perfekter Ausgleich – sie halten meinen Geist frisch und liefern mir immer wieder neue Ideen.

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